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Psychisches Wohlbefinden im Wochenbett | Babyblues? Wochenbettdepression?

Wochenbett

Auch wenn frau sich vor der Geburt intensiv mit dem Thema Wochenbett auseinander gesetzt hat: so richtig vorstellbar ist es trotz Ratgebern nicht, wie das Leben nach der Geburt weiter geht!
Die unglaubliche körperliche und psychische Leistung, die Frauen bei der Geburt vollbringen hinterlassen ihre Spuren – Hormonelle Veränderung, Erschöpfung, Muskelkater und Wundschmerz sowie die abrupten körperlichen Veränderung beim Milcheinschuss können einem schon ganz schön zu schaffen machen!

Baby Blues, Wochenbettdepression und Wochenbettpsychose

Etwa 50 bis 80% der Frauen erleben in den ersten 4-14 Tagen nach der Geburt das Gefühl der Überlastung, Reizbarkeit, Traurigkeit und Verletzbarkeit, aber auch „unbegründete“ Ängste und Sorgen.

Ebenso kann häufiges Weinen aus scheinbar nichtigen Anlässen zu den Symptomen gehören – man versteht sich einfach selbst nicht mehr! Umso schwieriger ist diese Veränderung natürlich für den Partner nachzuvollziehen, allerdings ist sein Verständnis und Einfühlungsvermögen unglaublich wichtig um diese schwierige Zeit zu überstehen.

Durch die hormonelle Umstellung und den Milcheinschuss ist der sogenannte „Babyblues“ durchaus normal. Diese Zeit ist so besonders und emotional, Tränen dürfen fließen!

Wenn diese Symptome länger anhalten, oder auch erst später auftreten und anhalten, könnte es sich um eine Wochenbettdepression oder –psychose  handeln. Als zusätzliche Symptome bei einer Psychose können Wahnvorstellungen, oder manische Zustände hinzukommen. Zur Abklärung sollte auf jeden Fall (Fach-) Ärztlicher  und/ oder Psychotherapeutischer Rat eingeholt werden, um so früh wie möglich eine Behandlung beginnen zu können.

Tipps von der Stillberaterin sind Gold wert, gut wenn man sich schon vor der Geburt um eine erfahrene Begleiterin umsieht!

Mutterrolle – Vaterrolle – Partnerschaft?!

Es ist sehr wohltuend und wichtig, seinem Partner und/oder anderen sehr nahestehenden Personen von seinen Gefühle zu erzählen. Dabei sollte man sich selbst und ihm klar machen, dass diese überwältigenden Emotionen aufgrund der Umstände zu einem gewissen Maß vollkommen normal sind.

Somit wird es dem Partner, der sich natürlich auch erst an seine neue Rolle gewöhnen muss, leichter fallen seine Frau liebevoll in jeder Hinsicht zu unterstützen und alles in seiner Macht stehende tun, um ihr zu Wohlbefinden zu verhelfen. Denn genau das ist seine wichtigste Aufgabe nach der Geburt!

Was das sein kann, soll jede Frau für sich erkennen und auch mitteilen, jedoch ist grundsätzlich in den ersten Tagen und Wochen Ruhe und Geborgenheit für die meisten Frauen sehr heilsam. Somit wäre es sicher hilfreich, wenn der Partner zum Beispiel die Organisation von BesucherInnen nach Absprache mit der Frau übernehmen kann. Liebe Verwandte und FreundInnen, die man wirklich sehen will, übernehmen sicher gerne Hilfstätigkeiten wie Einkaufen, Kochen, Wäsche waschen etc., denn mit dem Haushalt sollte die frischgebackene Mutter sich nur soweit dringendst notwendig quälen müssen!

Nimm Hilfe an!

Also wer es bis dahin noch nicht gut konnte, sollte spätestens jetzt lernen um Hilfe zu bitten und sie anzunehmen, denn auch für Partner und Baby ist es besser, wenn sich Mama erholen kann und sich die nötige Zeit für sich nimmt. Das durch Medien und Werbung transportierte Idealbild der wunderschönen, freudestrahlende Mutter mit zufrieden schlummerndem Baby hält der Realität meist nicht stand, also braucht man sich gar nicht erst unter Druck setzten, dieses Bild vermitteln zu müssen!

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Die Zeit um die Geburt eines Kindes kann selbst wenn gewünscht und geplant eine sehr belastende, krisenhafte Zeit für die Paarbeziehung sein, da sich das gemeinsame Leben plötzlich sehr verändert, wenn ein neues Familienmitglied viel Zeit für sich beansprucht. Es ist vor allem Geduld und Verständnis füreinander gefragt, bis sich Mutter und Vater an ihre neuen Rollen gewöhnen und ihr gemeinsames Glück so richtig genießen können.

 

Links 

Quellen

  • Harder, Ulrike (2005): Wochenbettbetreuung in der Klinik und zu Hause. 2. Auflage. Stuttgart: Hippokrates
  • Heller, Angela (2002): Nach der Geburt. Wochenbett und Rückbildung. Stuttgart: Thieme
  • Höfer, Silvia/ Szász, Nora (2010): Hebammen Gesundheitswissen. Für Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach. 6. Auflage. Hamburg: GU

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