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Das ökologische Weihnachtsfest (Dezember 2019)

Gastbeitrag von
Julia Geißler-Katzmann (Julika.at)
Wolkersdorf im Weinviertel

Der Ernährungssektor ist zu rund 20% an den Treibhausgasemissionen beteiligt und daher sind unsere Einkaufsentscheidungen punkto „alltäglichem Essen“ sehr entscheidend.
Auch der bald bevorstehende Weihnachtsschmaus kann klimaoptimiert werden 😉

 

Das gelungene Festessen – klimafreundlich durch die Feiertage

In unserer Kultur ist das gemeinsame Essen an den Feiertagen ein wichtiges Ritual.

Die Vorspeise…

…immer wieder beliebt ist der Shrimps-Cocktail, der wenn er aus herkömmlichen Zuchten stammt eher einem Chemie-Cocktail gleicht. Die im Discounter billigen Angebote decken die einhergehenden Umweltkosten bei Weitem nicht ab*.

* So wurden allein für Shrimpszuchten bereits 1 Mio. ha Mangrovenwald zerstört.

Auch benötigt die Zucht enorme Mengen an sauerstoffreichem Frischwasser – ca.

25 Millionen Liter Wasser sind nötig, um eine Tonne Garnelen heranziehen zu können. Antibiotikarückstände, Wachstumshormone und Exkremente gelangen meist ungeklärt in Wasser und Boden. Daher müssen die Anlagen regelmäßig in neuen Regionen aufgebaut werden. Die stark verschmutzen Flächen bleiben zurück und gefährden das Leben der Bevölkerung.

Für das umweltbewusste Menü, kredenzt zur Vorspeise lieber eine schmackhafte Suppe. Wie wäre eine Kombination aus Erdäpfeln, Lauch mit Maroni?

Die B-Vitamine in der Maroni wirken beruhigend auf unser Nervensystem. Das in ihnen enthaltene Kalium hilft den Blutdruck zu senken und -last but not least- stärken wir mit dem Magnesium aus der Esskastanie unser Herz und Kreislauf. All diese Eigenschaften können uns an einem Weihnachtsabend gute Dienste leisten 😉

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Erdäpfel-Lauch-Maroni-Suppe

Hier ein bewährtes Rezept:

  • 1 kleine Zwiebel
  • 400 g dampfgegarte Maroni
  • 2-3 mittelgroße Erdäpfel (geschält und würfelig geschnitten)
  • 1 halbe Stange Lauch (in Ringen)
  • ¼  einer Birne (Apfel geht auch)
  • 500 ml Gemüsefonds
  • 100 ml Schlagobers
  • etwas Öl (z.B. Maiskeim)
  • Salz, Pfeffer, einen Hauch von Zimt
  • Das Öl in einem Topf erhitzen und die klein geschnittene Zwiebel darin glasig anschwitzen. Die Maroni, die Lauchringe, sowie die Erdäpfel,- und Birnenstückchen hinzufügen und kurz mitbraten. Alles mit dem Gemüsefonds ablöschen, Salz, Pfeffer und die Prise Zimt beifügen und die Suppe zugedeckt ca. 15 Minuten köcheln lassen. Das Schlagobers noch dazu und noch kurz mitwärmen (nicht mehr aufkochen lassen).
    Alles fein pürieren und sich diese außergewöhnlich gute Suppe einfach schmecken lassen! Wer will kann mit angerösteten, gehackten Haselnüssen dekorieren!

 

Der Hauptgang…


Beim Hauptgang
kann man sicherlich am meisten CO2einsparen, wenn man die Fleischportionen am Teller eher kein hält oder einen vegetarischen Hauptgang serviert. Denn was man hier nicht vergessen darf ist, dass das Futter für das Vieh auch produziert werden muss, und hier ein enormer Energieinput und Flächengebrauch drinnen steckt.

… an Weihnachten darf ja in vielen Familien der Fisch am Teller nicht fehlen.

Fisch ist ein beliebtes und vor allem, ohne Zweifel, ein gesundes Lebensmittel. Neben Jod und essentiellen Fettsäuren enthält er wertvolle Vitamine.
Doch in Zeiten der leergefischten Meere hab´ ich persönlich lieber heimischen Fisch am Teller!
Österreich ist glücklicherweise ein Land der Seen und Teiche und gerade in Niederösterreich finden sich nicht nur im Waldviertel Fischteiche.

Fische, wie Karpfen, Schleie, Zander, Hecht, Wels, Forelle und andere Saiblinge werden bei uns gezüchtet. Karpfen und Forellen sind mengenmäßig die bedeutendsten Süßwasserfische.

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Heimische Fische könnt ihr auf regionalen Märkten, Forstämtern oder über die Bundesforste, sowie bei Anglern oder Seefischereien beziehen.

www.wildfang-naturfisch.at

Auch bei Vielfaltfisch werdet ihr fündig!
https://www.vielfaltfisch.com/

Wer seinen Fisch lieber aus biologischer Bewirtschaftung kauft, dem empfehle ich einen Blick zur ARGE Biofisch auf www.biofisch.at

In Wien zu beziehen am Karmelitermarkt, Yppenmarkt, Freyung und Naschmarkt um nur einige wenige Plätze zu nennen, wo man heimischen Fisch kaufen kann.

Weitere Informationen zum Thema Fisch und vor allem welchen Fisch man im Supermarkt noch kaufen kann finden Sie im Fischführer von Greenpeace und dem WWF (www.wwf.at/meere; Greenpeace marktcheck.greenpeace.at/fischratgeber)

Woran ihr wirklich frischen Fisch erkennt?

Geruch
: Fisch stinkt nicht – angenehmer Geruch weist einen frischen Fisch aus.
Farbe: Die Schleimhaut sollte glänzend, klar und durchsichtig sein.
Kiemen: rot bis hellrot, nicht braun oder weiß.
Augen: prall, klar und glänzend.
Konsistenz: Das Fischfleisch muss elastisch sein, bei Druck auf die Haut darf keine Delle bleiben.

Die Pute oder Gans als Weihnachtsschmaus

Soll ein Geflügel auf den Teller, so geht kein Weg um Biofleisch herum.
Ich empfehle Putenfleisch aus österreichischer, biologischer Produktion! In der Bioproduktion wird den Tieren in der Aufzucht genügend Platz eingeräumt und eine längere Mastzeit einkalkuliert. Durch die längere Mastdauer und die biologischen Futtermittel erreicht ein Putenschnitzel einen erheblich höheren Preis als ein konventionelles Gegenstück.

Aber vielleicht wäre auch ein vegetarischer Hauptgang in manchen Familien denkbar?
Ein schmackhafter Nussbraten oder auch ein Kürbis-Erdäpfelstrudel würden bestimmt auch so manchen Gaumen erfreuen!

Für die klimabewussten Beilagen gilt:
Je höher der Anteil an biologisch produzierte Ware, die am Teller landet ist, und je regionaler und vor allem saisonaler, desto günstiger für´s Klima!

Frisch oder als Lagergemüse sind derzeit erhältlich:

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Äpfel, Birnen, Chinakohl, Endiviensalat, Erdäpfel, Kohl, Kohlsprossen, Kraut, Kürbis, Maroni, Pastinaken, Petersilwurzeln, Porree (Lauch), rote Rüben, Rotkraut, Schwarzwurzel, Sellerie, Vogerlsalat, Walnüsse, Weißkraut.

Raffinierte Gerichte lassen sich auch aus so „alltäglichen“ Zutaten wie Knoblauch oder Zwiebel zaubern!

birne rosmarin 7

Das Dessert


Chilenische Kirschen oder südafrikanische Tafeltrauben zum Nachtisch?
*Hmmm* wohl eher nicht so…

Wer beim Dessert Klimapunkte sammeln will, der hält sich lieber an den guten alten Bratapfel. Sofern der Apfel aus der Region kommt, denn mit den importierten Äpfeln hält es sich bei der Ökobilanz fast ähnlich wie bei den Trauben…

(Ein Apfel der aus Chile importiert wird, benötigt rund die 520-fache Energie im Vergleich zu einem heimischen Apfel).

… oder aber auch ein traditioneller Keksteller kann klimafreundlich gestaltet werden. Nüsse und Getreide aus der Region und die vielen, weihnachtlichen Gewürze aus fairem Handel* – dann bist du ziemlich gut unterwegs!

* Hier sind soziale Produktionsbedingungen wie faire Entlohnung der PlantagenarbeiterInnen gewährleistet. Kinderarbeit ist verboten.

Achtung Klimafalle: gemahlene Nüsse sind zwar praktisch, dafür aber oft aus Kalifornien oder der Ukraine und somit mit erheblichen CO2 Emissionen behaftet.

Auch bei biologischen Trockenfrüchten rate ich auf die Herkunft am Etikett zu achten, so kommen diese auch häufig von weit her z.B.: Kalifornien, was an der Ursprungsidee von BIO vorbei geht!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein schönes Weihnachtsfest mit kulinarischen Highlights und viel Genuss im Kreise eurer Lieben!

 

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Kontaktdaten
www.julika.at

julia@julika.at

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