Traumberuf Influencer:in: Hilfe, mein Kind will TikTok Star werden!

mein kind will tiktok star werden

In den letzten Jahren ist der Wunsch Influencer:in zu werden und als TikTok Star oder YouTuber:in jede Menge Geld sozusagen nebenbei zu verdienen bei immer mehr Kindern und Jugendlichen groß. Kein Wunder, sie sehen ihre Stars und Vorbilder jeden Tag mehrere Stunden online und haben das Gefühl sie richtig zu kennen. Und wollen das, was sie haben!

Gaming Einheiten, Schminktipps und Mode, einfache Rezepte oder einfach nur lustige und coole Vlogs – Social Media ist voll von kurzweiliger Unterhaltung (genau das ist übrigens der Grund, warum nicht nur unsere Kinder, sondern auch wir selber darin stundenlang hängen bleiben). Schnelle Videos, die sich ideal am Smartphone konsumieren lassen, fesseln auch die Kids. Und wenn dann der Lieblings TikToker oder die angesagte Influencerin davon schwärmt, welche Sachen gerade #newin sind oder den letzten „Shopping Haul“ zeigt, dann wollen die Kinder das auch. So weit, so nachvollziehbar!

Das klingt alles so genial – also mit dem, was Jugendliche sowieso am liebsten machen (Fotos, Selfies und Videos) reich und berühmt werden…

Doch was online am Smartphone so schnell konsumiert werden kann, ist viele Stunden Arbeit und bedeutet nicht selten, dass die beliebten Online Stars nahezu 24/7 am Videos drehen, schneiden oder hochladen sind.

Geld verdienen mit TikTok & Co?

Ja, es funktioniert – die Social Media Apps wie Instagram, Facebook und TikTok sind seit Jahren darauf ausgerichtet, sie als Einnahmequelle zu nutzen. Mit dem sogenannten „Influencer Marketing“ ist ein komplett neuer Berufszweig entstanden. Mehr als ein Smartphone mit Internetverbindung braucht man nicht, um Videos drehen, editieren und hochladen zu können und wer kreativ ist und den Nerv der Zeit trifft, kann sich binnen weniger Wochen oder Monate eine treue Community aufbauen. „Freunde“ und Follower also, die dann so überzeugt sind, dass sie beispielsweise empfohlene Produkte direkt kaufen.

Durch „Affiliatelinks“ wird die Influencer:in dann etwa am Umsatz auf Amazon oder anderen Online Plattformen beteiligt oder direkt von Marken und Firmen beauftragt, ein bestimmtes Produkt zu bewerben.

Und sobald Geld (oder „geldwerte Gegenleistung“) fließt, ist es notwendig, ein Unternehmen zu gründen und dementsprechend die Einnahmen auch zu versteuern und Buchhaltung zu führen. Das ist dann die Kehrseite der Medaille, die Kinder und Jugendliche nicht kennen (können) – da sind wir als Eltern gefragt!

Ob es tatsächlich sinnvoll ist, das Kind direkt nahtlos vom „Gitterbett ins Berufsleben“ zu entlassen, ist eine Entscheidung, die jede Familie für sich treffen muss. Wichtig ist nur, die Kinder wirklich gut zu begleiten, egal, wie sie sich entscheiden.

berufswunsch influencer

Was tun, wenn mein Kind Influencer:in werden will?

Im Grunde geht es im ersten Schritt darum, diesen Wunsch nicht komplett zu negieren oder als lächerlich abzutun. Als Eltern haben wir nicht immer das echte Verständnis für die Träume der Teenies aber dieser Graben lässt sich einfach schmälern, indem wir hinschauen, Interesse zeigen und uns wirklich anhören, WAS es ist, was die Tochter oder den Sohn so fasziniert.

Damit der #realtalk nicht die Gesprächsbasis sofort killt, ist es wichtig, sich einfach in Ruhe anzuhören, was sich das Kind dazu überlegt hat. Ein erster Schritt könnte sein, ein Stativ zu besorgen und einfach mal Videos aufzunehmen.

Kinder sind so unfassbar kreativ, da wäre es unglaublich schade, ihnen aus „Angst“ vor der digitalen App oder den (durchaus begründeten) Datenschutz Bedenken, die Freude an der Creation zu nehmen.

Also erst mal probieren und erfahren, wie lang es dauert, bis ein Video fertig ist und welche Arbeitsschritte notwendig sind. Vielen ist nicht bewusst, wie aufwändig es ist, einen 10 bis 30 Sekunden Clip zu produzieren!

Mehr dazu auch auf orf.at

Soll ich verhindern, dass mein Kind TikTok schaut?

Das absolute Verbot ist mit Sicherheit nicht die weiseste Entscheidung – erinnern wir uns doch an unsere eigene Jugend! Welches Verbot hat wirklich bewirkt, dass wir davon abstand hielten? … Eben. Und so ist es auch mit TikTok und anderen Social Media Apps.

Dazu kommt, dass viele Creators ihre TikTok Videos auch bei YouTube als sogenannte „Shorts“ hochladen, wo sie nahezu uneingeschränkt verfügbar sind.

Der erste Schritt für uns Erwachsene ist, sich mit den Medien auseinanderzusetzen, die unsere Kinder gern konsumieren (wollen) und danach zusammen zu entscheiden, ob das am eigenen Smartphone oder mit mehr Kontrolle am Familien Tablet stattfinden kann.

Welche Social Media Apps nutzen Jugendliche 2023?

Der Verein Saferinternet.at bringt jährlich die Übersicht über die Nutzung im Rahmen des Jugend Internet Monitors raus.

infografik jugend internet monitor 2023

Gerade wenn da Plattformen und Apps dabei sind, die man selber nicht kennt und nutzt, kann man sich von den Kids erklären lassen, worum es dort geht! Dabei erfährt man sozusagen nebenbei, warum sie diese oder jene App gern nutzen.

Dazu kommen die offiziellen Altersbeschränkungen, die für die meisten SoMe Apps (in Österreich) bei 13 Jahren liegt. Das zu beachten ist wichtig und soll auch mit den Kindern so besprochen werden.

Im Grunde gilt es, offen zu sein für neue Medien und digitale Lösungen – denn auch der Schulunterricht wird immer mehr in diese Richtung gehen. Ein schönes Beispiel für eine kindgerechte und gute digitale Idee ist die österreichische Webapp „Kennst Duuu“.

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