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Regenbogenfamilie. Bunt wie das Leben.

Zuletzt aktualisiert am 27. August 2017 um 10:42

Im 21. Jahrhundert sollte man Vorurteile und Schubladendenken schon verbannt haben. Schön wärs. Besonders im Hinblick auf Kinderwunsch bzw. dem Wunsch nach einer Familie, egal ob sie sich aus Mama + Mama, Papa + Papa,… oder Mama + Papa zusammensetzt.

Ausgrenzung findet täglich vor unseren Haustüren und schlimmer, oft auch noch dahinter statt. Toleranz wird nicht gelebt, im Gegenteil: wegen eines Kusses wurden kürzlich zwei Frauen aus dem Wiener Café Prückel geworfen.

Adoption für homosexuelle Paare ist nun möglich und so könnten sich viele Wünsche nach einem Kind in einer Regenbogenfamilie erfüllen bzw. erleichtern. Das ist zumindest nach dem Gesetz ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Wie es einem da ergeht, wenn man etwas ausser der Norm tanzt, wissen sogenannte “Regenbogenfamilien” – homosexuelle Paare, die sich den gemeinsamen Kinderwunsch erfüllt haben.

Komische Blicke, Fragen, unqualifizierte Kommentare. Täglich. Ich stelle es mir schwer vor.

Umso mehr freue ich mich, offen und ehrlich mit einer Mama zu plaudern. D. aus Niederösterreich, vom Land, und hat gleich mal mit dem Outing das Weltbild ihrer Familie ordentlich erschüttert. Die Wogen haben gottseidank geglättet und der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind mit ihrer Lebensgefährtin wurde begeistert aufgenommen: Der acht Monate alte Sohn erfreut alle in der Familie mit seinem einnehmenden Lachen!

Ich wollte von ihr wissen, wie sie mit schiefen Blicken von Nenschen, die sie nicht kennen umgehen:
D: “Eher ältere Menschen SCHAUEN, bzw. Kinder. Selten kommen echte Kommentare. Der Lernprozess damit umzugehen, findet jeden Tag aufs neue statt.
Besonders schwierig ist es mit indiskreten Fragen umzugehen. Viele Menschen versuchen eigene Wissenslücken zu füllen, in dem sie intime Details zur Samenspende oder ähnliches wissen wollen.”

Besonders interessant finde ich auch die Position der Kinder:

In welchem Alter kommen Kinder das erste Mal auf die Idee, das Konstrukt zu hinterfragen und wollen wissen warum es in der eigenen Familie anders ist als bei Anderen.
D: “Kinder beginnen ab ca. 3 Jahren, bzw. sobald sie in Betreuungseinrichtungen gehen, damit zu Fragen, wo Papa/Mama ist, bzw. warum anderen Kinder Mama UND Papa haben. Mein Kind soll wissen und auch antworten, dass es dafür ZWEI Mamas hat. Für das Kind ist die Gesamtheit der Familie das Wichtigste, nicht aus welchen Teilen sie besteht”

Ich würde auch noch gerne wissen wollen, was sich Regenbogen-Familien wünschen.

D: “Mehr Möglichkeiten andere Paare bzw. Familien zu treffen. Momentan gibt es diese Möglichkeiten fast nur in Städten, überwiegend in Wien. Ich wünsche mir, dass KindergartenpädagIn, LehrerIn usw. unsere Familienform nicht nur tolerieren sondern thematisieren (z.B im Umgang mit den anderen Kindern und auch Eltern) und anpassen (z.B. aus Muttertag und Vatertag einen Familientag statt dessen zu machen; wird bei Kiwi so gemacht.) Ich meine damit, dass Toleranz alleine mir für meinen Sohn zu wenig ist. Es liegt in der Verantwortung der Pädagogen oder auch anderen Erwachsenen wie Trainer, Tanzlehrer,… im Interesse des Kindes Stellung zu nehmen. ”

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Hier in Wien befindet sich zum Beispiel auch der Verein FAmOs. Seit 2011 kümmert man sich hier um die Unterstützung und Vernetzung von Regenbogenfamilien, organisiert Treffen und Veranstaltungen und bietet Information und Rat für Interessierte.

Ebenso erfreulich ist die Tatsache, dass in manchen wiener Kindergärten (Stadt Wien, KIWI, Kinderfreunde) Aufklärungsarbeit geleistet wird. ElementarpädagogInnen erhalten hier Ausbildung zum Thema und bringen es den Kindern näher. Diese Zusatzausbildung ist optional.

FAmOs-Obfrau Barbara Schlachter sagt: “Es gibt keine seriösen Zahlen wieviele Regenbogenfamilien es in Österreich gibt, da das in keiner Statistik aufscheint. Es ist nicht einmal möglich zu sagen wieviele Pflegekinder bei homosexuellen Paaren aufwachsen, weil sexuelle Orientierung kein Kriterium bei der Vergabe der Pflegekinder ist und es somit nirgends aufscheint.
Ganz viele gleichgeschlechtliche Eltern sind nicht verpartnert, so dass man auch die Zahl der Verpartnerungen in Österreich nicht zu Hilfe nehmen kann.”

Ich sage: Danke für die Offenheit und wünsche mir Verständnis, Toleranz und ehrliches Interesse. Im Sinne der Kinder.

 

 

 

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