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Kultur mit Kind | Volksoper Wien

HIER SCHREIBT ALVA. EHRLICH UND ECHT – AUS DEM LEBEN MIT KINDERN & MIT DEM NÖTIGEN SCHUSS HUMOR:

Schöne Kleider, Lipgloss und das Ambiente der Volksoper

Meine Kinder lieben es ja, sich gelegentlich in Schale zu werfen. Und mich dazu. Vor allem, wenn sie mit mir gemeinsam etwas Besonderes vorhaben. Da bekommt dann die Mama von den Mädchen exakte Kleidervorgaben, um nur ja schön genug angezogen zu sein.

Meine Größte hat ein Buch über die Operette „Die Fledermaus“ geschenkt bekommen und wollte seitdem unbedingt eine Vorstellung besuchen.
Zum Glück wird das Stück von Johann Strauss gelegentlich in der Volksoper aufgeführt. Es wurden Karten für eine Abendvorstellung organisiert.
Die Mittlere, die im letzten Jahr schon begeistert bei dem Kinderstück „Pinocchio“ mitgefiebert hat, wollte natürlich wieder mit – und das nicht nur, weil einem Volksopernbesuch stets ein Pflichtbesuch bei der Aida vorangeht.

Als wir überpünktlich die Karten abholten, strahlten meine Mädchen schon wie zwei frisch lackierte Hutschpferde. Mitte, Mitte, Oben offenbart nicht nur den perfekten Blick auf die Bühne, sondern auch in die Tiefen des Orchestergrabens. Alle Musik-instrumente und deren Instrumentalisten wurden bestaunt und kommentiert. „Warum sitzt bei der Harfe noch niemand?“ „Glaubst du, hat der Dirigent nach der Vorstellung einen Muskelkater?“ …

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Die festliche Stimmung, die roter Samt und Kristallluster erzeugen, wurde begierig aufgesogen und einer der großen Leuchter in Gedanken von meinem großen Mädchen schon abmontiert und in ihrem Zimmer platziert.

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Als es losging, waren die Mädchen mucksmäuschenstill und jedes vertiefte sich in das Schauspiel, um begierig kein einziges Detail der Kostüme, des Bühnenbildes und natürlich des Gesangs zu versäumen.

In der Pause wollten die Mädchen keinesfalls die Plätze verlassen, sondern lieber die anderen Besucher beobachten. „Wer trägt was?“, „Sind auch andere Kinder in der „Erwachsenenvorstellung“?“, oder „Sind wir gar die Einzigen, die so spät noch ins Theater durften?“

Und während die Große davon träumte, selbst einmal auf so einer wunderbaren Bühne zu stehen, entwarf die Kleine schon die Kostüme für die nächste Vorstellung. Sie waren sich auf alle Fälle einig, was die zukünftigen Geburtstagswünsche betraf und verlangten noch in der Pause die Verlesung des Jahres-Volksopernprogramms 2019. Da kommt es der Mutter natürlich sehr zugute, dass die Ermäßigung für Kinder bis zum 15. Lebensjahr 75% der Erwachsenenkarte be-trägt.

Ich war selbst überrascht wie schnell die dreistündige Vorstellung vorbei war und wie das Interesse der beiden Mädchen bis zum Schluss angehalten hatte. Mit dem bekanntesten Gassenhauer der Fledermaus auf den Lippen und zwei glücklichen Kindern im Schlepptau wackelte ich in meinen viel zu hohen Schuhen, die mir ja auch die Stylepolice vorgeschrieben hatte, nach Hause und sang dabei, in Gedanken bei meinen geschundenen Füßen: „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist!“

Aktuelle Programm-Highlights der Volksoper für Familien

Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit

„Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“ ist eine für die Volksoper neu kreierte Form der BaRock-Oper und schafft eine Symbiose von Alt und Neu, von Traditionell und Modern. Christian Kolonovits tritt mit seiner Verbindung von barocken Elementen mit der klaren Kraft von Rockmusik den Beweis an, wie nahe diese beiden Stile beieinander liegen. „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“ erzählt vom aufregenden, skandalträchtigen und dramatischen Leben eines Superstars: des Geigenvirtuosen, Komponisten und „roten Priesters“ Antonio Vivaldi.

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Foto: Volksoper Wien

Gypsy – Musical

Arthur Laurents und Stephen Sondheim, Buchautor und Liedtexter von „West Side Story“, sowie der Komponist Jule Styne ( „Blondinen bevorzugt“, „Funny Girl“) bündelten ihre Talente 1959 für eine der großartigsten Broadway-Shows aller Zeiten. „Gypsy“, auf real existierende Personen zurückgehend, wurde sogar als „Mutter aller Musicals“ bezeichnet. Mama Rose hat keinen sehnlicheren Wunsch, als ihre Töchter im Rampenlicht zu sehen, wo sie sich selbst immer hingeträumt hatte. Ohne Rücksicht auf Verluste betreibt sie zunächst die Karriere von June, der Jüngeren. Als diese durchbrennt, konzentriert sich Roses unerbittliche Energie auf Louise. Diese mutiert zum Burlesque-Star und die ehrgeizige Mutter steht alleine da … Maria Happel verkörpert als Mama Rose „einen der wenigen wirklich komplexen Charaktere des amerikanischen Musicals“ (Clive Barnes).

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Foto: Volksoper Wien

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