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MAMA ist die Beste | Interview mit Alexandra Haderer

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MAMAINTERVIEW mit Alexandra Haderer über das Leben und ihre ganz besondere Arbeit mit Kindern

Liebe Alex, Du bist Mama von zwei Mädchen, wie gestaltest Du Deinen Alltag mit ihnen?

Meine zwei kleinen Mädchen sind jetzt 1 und 3 Jahre alt und sind damit in einem Alter, wo sie noch ganz viel Zuwendung und Zuspruch von Mama und Papa brauchen. Grundsätzlich ist es bei uns so aufgeteilt, dass mein Mann Vollzeit seinem Job nachgeht und ich hauptsächlich zu Hause bei den Mädchen bin. Und damit unter der Woche auch für das „Programm“ zuständig bin. Ich persönlich bin aber so gar kein Freund von Kindern mit zu vollem Terminkalender und daher liegt unser Augenmerk hauptsächlich darauf, den Kindern genügend Zeit zu lassen und einzuplanen um einfach mal zu spielen- so simpel es klingen mag. Ich beobachte auch immer wieder zu Hause, dass es ein Maß an vorerster Langeweile braucht, bis sich oft ein total vertieftes Spiel ergibt. Abgesehen davon, verbringen wir sehr viel Zeit draußen, ganz gleich bei welchem Wetter geht es so oft wie möglich in den Wald, den wir seit kurzem direkt bei unserem Haus haben. Schwierig wird es nur dann, wenn eines der Mädchen krank ist und wir quasi an indoor gebunden sind – wobei da oft die lustigsten Ideen entstehen.

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Wer übernimmt die Betreuung? Kindergarten? Krippe?

Die Betreuung unserer Kinder übernehmen wir fast zur Gänze selber da unsere Omas selbst noch beruflich recht eingespannt sind. Die Große geht aber seit September 2015 halbtags in den Kindergarten – eine Zeit, in der ich versuche neben der Kleinen mein Homeoffice zu erledigen, all die Anfragen und Administrativen Angelegenheiten abzuarbeiten die mein Job mit sich bringt. Nicht immer ganz einfach!

Wie vereinbarst Du die Arbeit und den Alltag?

Wie oben schon erwähnt, versuch ich untertags einiges Administratives und diverse Telefonate zu erledigen, oft ein bisschen „nebenbei“… Mühevoll ist einzig, dass ich meine Arbeit natürlich öfter unterbrechen muss, weil die Kleine mich immer wieder braucht und ich dann erst wieder schauen muss, wo ich gerade war. Wobei ich versuche mein Homeoffice nicht durch die ganze Woche zu ziehen und „arbeitsfreie“ Tage einzuhalten, was am selbständigen Sektor fast nicht möglich ist.

Zu den Zeiten, in denen ich direkt im Zentrum 3×21 arbeite betreut mein Mann unsere Kinder. Wir konnten uns das ganz gut einteilen bzw. aufteilen und über die Lösung bin ich vorerst auch ganz froh, da die Kleine dann nicht auf eine externe Betreuung angewiesen ist bis sie in den Kindergarten kommt.

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Dein Job – Du bist gerade erst wieder zurück – ist ein ganz besonderer, erzähl uns bitte ein bisschen davon!

Vor nicht ganz zwei Jahren habe ich zusammen mit Eltern eines Kindes mit Trisomie 21 das Zentrum 3×21 mitbegründet. „3×21 – Zentrum zur Begleitung und Förderung von Kindern mit Trisomie 21“. Ich bin dort seit Beginn an für die sonderpädagogische Konzeption und deren Umsetzung verantwortlich. Was heißt, dass ich nicht nur über das jeweilige Betreuungskonzept der einzelnen Kinder entscheide, sondern dieses auch mit den Kindern und Familien umsetze bzw. erarbeite. Meine Arbeit erstreckt sich von der Beratung der Familien mit Kindern mit Trisomie 21 bis hin zur Einzel- oder Kleingruppenförderung, Begleitung in verhaltenstherapeutischen Fragen und Coaching der Eltern für den Umgang im Alltag. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Kinder auf ihrem Weg beim Erlernen von Schreiben, Lesen und Rechnen so weit und so gut als möglich zu begleiten und damit beginnen wir im besten Fall schon so früh als möglich.

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Hast Du Tipps für uns, wie die Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen besser werden kann? Wie erklärst Du es Deinen Kindern?

Wenn ich jetzt speziell für Kinder mit Trisomie 21 sprechen darf, dann ist es uns auch im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit immens wichtig mit Vorurteilen aufzuräumen und zu zeigen wie die Entwicklung verlaufen kann, wenn wir früh genug mit einer entsprechenden Förderung beginnen und uns individuell auf die bestimmten Lernfenster der jeweiligen Kinder einstellen. Noch ist das Modell der Inklusion in seiner Umsetzung nicht überall erreicht, aber ich bin mir sicher, dass wir alle ein Stück dazu beitragen können, indem wir versuchen vorbehaltlos den Mensch zu sehen und nicht das Handicap. Und ich wünsche mir für alle Menschen Institutionen, die Rahmenbedingungen anbieten in dem ein Handicap keine Rolle mehr spielt.

Meiner großen Tochter fällt es mittlerweile auf, wenn sie Menschen begegnet die auf den ersten Blick etwas mitbringen, das sie spontan nicht ganz zuordnen kann. Wenn ich die Fragenzeichen in ihrem Blick erkenne, dann spreche ich sie darauf an, versuche es ihr zu erklären, sag ihr, dass jeder Mensch anders geboren wird.

Gibt es Buchtipps oder weiterführende Literatur zum Thema Integration, vielleicht für die ganze Familie, die uns verraten magst?

Eines unserer Lieblingsbücher zum Thema Integration ist „Irgendwie Anders“ vom Oetinger Verlag.  Ein Buch, das schon die ganz Kleinen anspricht.

Eltern kann ich das wunderschöne Buch  „DU BIST DA – und du bist wunderschön“ von Evelyne Faye ans Herz legen- über Ängste und Sorgen und die Liebe zu seinem Kind.

 

Danke, liebe Alex!

 

Fotos: Alexandra Haderer

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