trends

Tragen.

Tragetuch und Tragehilfe

Nicht umsonst heisst es doch: seinen liebsten Menschen auf Händen tragen, das Kind durch die Welt tragen,…

Getragen fühlen sich die meisten Babys wohl. Besonders, wenn sie von ganz klein an getragen wurden. Ich meine, es fühlt sich fast an, wie wieder im Bauch zu sein, bzw. für die Mama, wieder einen Bauch zu haben 😉

Ich habe schon Frl. Tochter gern und lange (so lange wie möglich, bis ich nach ca. 26 Monaten wieder schwanger war) getragen. Und trage nun die kleine seit ihrem zweiten Lebenstag fast täglich, oft mehrere Stunden.

Ich habe Tragetücher (DYDIMOS, NoName aus dem Weltladen, Happy Baby Wrap, MobyWrap) und einige Tragehilfen (Manduca, Buzzidil, Fräulein Hübsch Mei Tai, Ergo Baby) verwendet, bzw. getestet.

Tragetuch für das besondere Gefühl

Eines vorweg: das ganz besonders innige und spezielle Tragegefühl hat mir bisher nur das Tragetuch vermittelt. Hier kommt es weniger darauf an, welches. Ich finde es wichtiger, sich gut damit auseinander zu setzen und ich sich die Zeit zu nehmen, es unter Umständen ein zweites Mal zu binden. (Auch wenn dazwischen ein Beruhigungsstillen notwendig ist…) Es gibt nichts komischeres, als ein schlecht gebundenes Tragetuch, an dem man dauernd zieht und zerrt.

Ich finde die „normalen“ Tragetücher sollten unbedingt die richtige Länge haben: wenn beide Eltern tragen, sind eventuell auch zwei / mehr Tücher notwendig. Der Stoff ist recht dicht und auftragend, das hat mich beim DYDIMOS immer ein wenig gestört. Es war ein übernommenes und leider zu lang. Ich habe es deshalb bei Frl. Tochter nur im Sommer verwendet, im Winter war es mir zu unhandlich und passte schlecht unter die Jacke.

Da sind wir auch schon beim nächsten Thema: Winter oder Regen: das Tuch schleift unweigerlich am Boden. Inzwischen wickle ich es oft nicht mehr komplett ab, sondern setze das Baby in das bereits verwendete Tuch. Geht leider nur dann gut, wenn man keine langen Wege (mehr) hat, weil es etwas „ausgeleiert“ ist. Hier haben mich jetzt beim Baby eindeutig die dehnbaren Modelle überzeugt: MobyWrap ist sehr weich und anschmiegsam, haben wir von Beginn an geliebt! Die Länge ist für mich (172cm) perfekt. Im Sommer wird es dennoch recht warm, hier habe ich im Happy Baby Wrap eine tolle Alternative gefunden. Ich habe dieses extrem dünne und weiche Tuch extra aus den USA bestellt. Es ist sehr klein und passt deshalb auch immer in die Tasche, als Notfallstuch sozusagen. Aufgrund des dünnen Stoffs waren auch ganz heisse Tragetage kein Problem.

Nochmal zurück zum Winter: hier sind die sogenannte Tragehilfen eine gute Alternative, näheres dazu weiter unten. Aber gerade bei niedrigen Temperaturen ist es eine Wohltat, das Baby eng am Körper zu haben, für beide! Ich habe einen Tragemantel von Mamalila und eine Kumja-Jackenerweiterung im Einsatz, damit auch die Jacke darüber gut passt und es nicht unten reinzieht. Eine andere tolle Möglichkeit sind sogenannte Tragecover: hier habe ich mit dem von MAM gute Erfahrungen gemacht. Das ersetzt auch schon mal einen Fußsack auf dem MaxiCosi!

Tragehilfe und Comfortrage als Ergänzung

Tragehilfen sind meiner Meinung nach kein Ersatz. Sie sind vielmehr eine Ergänzung. Ich bin schon nach dem ersten Kind früh ins Kanga-Training gegangen, unweigerlich deshalb auch ein gewisses Naheverhältnis zur Manduca. Deren Pluspunkte sind, dass sie (richtig eingestellt) einfach und schnell ganz fest gezogen werden kann und durch den dicken Stoff am Rücken des Babys wirklich guten Halt bietet. Klar, anfangs ist sie zu groß, aber ab circa Gr. 74 oder etwa 6kg passt’s den meisten. Vorne und hinten gut zu tragen. Ich finde sie ist ein ein guter Sportbegleiter. War damit viel wandern, walken und eben „kangan“, verwende sie auch jetzt wieder dafür. Wahrscheinlich sitzen die neuen Modelle noch besser am großen Körper, ich habe noch eine „old style“. Ein weiterer wesentlicher Pluspunkt geht an die Tragehilfen: wer auch schwerere Babys und Kinder noch tragen will, könnte hier besser aufgehoben sein. Es gibt auch spezielle „Toddler Tragen“.

Eine Tragehilfe, die mich VOLL UND GANZ überzeugt hat, vom ersten Moment an, ist das Buzzidil. Tragetuchstoff, dort wo das Baby sitzt und Träger-Klick-Schnellverschluss-System für die Mama. Besonders toll sind die breiten, weichen aber flachen Träger. Braucht so wie jede Trage viel Platz, wenn man sie mitschleppt, aber sitzt genial. Ähnlich guten Sitz- und Tragekomfort gibt es bei Fräulein Hübsch, nochdazu in immer ausverkauften und superschönen Spezial-Designs: die Mei Tais sind mittlerweile richtig kultig 😉 – ich habe sie probegetragen. Ebenfalls Tragetuchstoff, hier in Kombination mit Bindebändern. Ist bequem, gefiel auch dem Baby, aber ist für mich keine echte Option, weil die laaaaangen Träger auch beim Binden am Boden sind und deshalb im Winter nicht praktisch. Bietet sich dann an, wenn auch andere Personen das Baby tragen wollen. Durch die Bindebänder ist kein Einstellen notwendig. Weiters habe ich auch noch ein ERGO BABY getestet, eignet sich auch gut für schnelles Unterwegs und Kanga, der Stoff ist sehr weich, auch die Träger liegen breit und bequem auf den Schultern. Ist insgesamt aber recht warm, weil gut gepolstert. Zusätzlich hat diese Trage ein kleines Fach mit Reissverschluß, wo man Geld oder Handy verstauen kann, fand ich nett, eine Tasche beim Tragen ist ja meist eher hinderlich als hilfreich…. Das neue Modell „Adapt“ von Ergobaby habe ich mir genauer angesehen.

Lies auch das:  Kultur mit Kind | Volksoper Wien

ergobaby adapt die kleine botin 1

Besonders Babys, die viel Schreien fühlen sich getragen meist wohler und weinen oft weniger bzw. lassen sich leichter beruhigen. Der Herzschlag und die körperliche Nähe sind so wichtig für die Kleinsten. Hier mehr zum Schreien von Babys.

Ich hoffe ich konnte einen guten Überblick geben – wenn Ihr Euer Baby tragen wollt, ist ein professionelle Trageberatung dringend zu empfehlen! In den Baby-Geschäften oder Möbelhäusern, wo man Tuch und Tragen bekommt, reicht die Beratung nicht aus. Eine Möglichkeit sind sicher Videos auf YouTube, ich denke aber eine Hebamme oder Trageberaterin vermitteln das „in echt“ noch viel besser!

Hier noch meine schönsten Trage-Impressionen der letzten 3,5 Jahre:

 

Was sind Eure Favoriten?

Tragt ihr Eure Kids?

 

 

9 Kommentare zu “Tragen.

  1. Für die Manduca gibt es eine kleine Tasche, die auf den Hüftgurt gefädelt wird. Notfalls passt eine Basis-Wickelausstattung hinein.

  2. Ich hab unser Kind erst spät begonnen zu tragen – mit etwa 2 Monaten (im Nachhinein wundere ich mich sehr darüber… naja, egal). Ich habe mit einer Trageberaterin mehrere Tragehilfen ausprobiert und zuerst eine Frl. Hübsch Mei Tai verwendet und dann eine Emei-Baby. Die Emei fand ich toll und praktisch und sehr bequem.
    Aufgrund meiner Körpergröße (163cm) passte zB das Buzzidil garnicht gut. Da war es super, dass die Trageberaterin mit einem riesigen Koffer voller Tragehilfen zu uns kam und wir probieren konnten.

    Das mittlerweile 2jährige, große Kleinkind trage ich noch ab und zu in der Tula Toddler Trage sowohl vorne als auch am Rûcken; die ist ja überhaupt mein Favorit. Einfach (klick klack), bequem für uns beide und breit genug, sodaß die Oberschenkel/Knie des Kindes noch immer gut gestützt sind und nix einschneidet.

  3. einevonvielen

    Danke für den interessanten Beitrag. Ich habe zum Tragen ein sehr gemischtes Verhältnis. Schlecht für mich ist/war, dass ich leider sehr schlecht beraten wurden. Ich fing erst mit 2 Monate das Tragen an, da verkaufte man mir ein sauteures elastisches Tragetuch. Nach 2 Monate war mein Kind zu schwer dafür. Trage Nr. 2 war eine Marsupi – im Kangatraining gehyped und empfohlen. War sehr glücklich damit – aber wieder ein paar Monate später, war das Kind einfach zu schwer für nicht gepolsterte Schultergurte … (für meine Begriffe ist Marsupi was für kleine Babys). Um einige Euros ärmer investierte ich dann noch in einen Ergo Carrier, den können wir jetzt – sie ist fast 2 – erst richtig brauchen, weil wir jeden Morgen eine relativ weite Strecke zu Fuß zurücklegen müssen. Ich hatte einfach gehofft, eine Tragemöglichkeit von Baby bis Kleinkind nutzen zu können – so habe ich 3 x etwas anschaffen müssen und das taugt mir nicht. Ich weiß, es gibt Mütter, die sammeln Tragehilfen geradezu – aber das ist für mich persönlich einfach nicht Sinn und Zweck der Übung. Optimal wäre, wenn man sich irgendwo die Dinger leihen könnte. Und zwar nicht nur Tragetücher (wie es bei manchen Ekiz der Fall ist) – sondern die ganze Palette des riesen großen Trageangebots. So kann man auch auf Herz und Nieren testen, was das Richtige für einen persönlich wär.
    Liebe Grüße!

    • Danke für Deinen umfangreichen Kommentar. Ich glaube so wie Dir geht es vielen Mamas (Papas). Zumindest vielen, mit denen ich schon persönlich gesprochen habe!
      Schade, dass das oft so läuft.
      Leider – oder aber gut nachvollziehbarerweise – gibt es keine Tragehilfe, die von Geburt an bis zum Kleinkindalter durchgehend gut geeignet sind. Div. Neugeborenen-Einsätze, etc sind eher ein hilfloser Versuch als eine gute Möglichkeit.
      Ich habe meine Tragehilfen fast alle gebraucht bekommen – bzw. auf Flohmärkten / Onlineportalen erworben.
      Eine weitere gute Möglichkeit zu testen sind die Testpakete von Frl. Hübsch. Hier hat man einige Tage Zeit, sich verschiedene System in Ruhe (!!!) anzuprobieren.
      Ich hoffe Ihr könnt zumindest jetzt die Trage- und Kuschelphasen genießen!
      LG Daniela

  4. Ich habe auch ein MobyWrap und eine Manduca. Das Tragetuch habe ich vor allem am Anfang viel benutzt. Jetzt greife ich wieder mehr zur Manduca, weil sie schnell zur Hand ist und ich die Kleine auch mal auf den Rücken nehmen kann. Mit beidem bin ich sehr zufrieden. Für den Winter habe ich ebenfalls eine Kumja und ein Tragecover.

    LG Miriam

  5. Pingback: tragen mit tragetuch | die kleine botin

  6. Pingback: die neugierige kleine botin: ergoBaby Performance im Test

  7. Pingback: Wandern mit Baby / Kleinkind - die kleine botin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blogheim.at Logo