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Es muss nicht immer alles neu sein. | Second Hand-Guide für Familien.

Das Bett ist zu klein, die Hose zu kurz oder es taucht ein Wunsch auf, den man dem Kind (oder sich selbst) einfach gern erfüllen möchte. Ausgaben für materielle Sachen, die über die Grundbedürfnisse hinausgehen, sind häufig im „Familienbudget“ nicht einfach so drin oder wollen wirklich gut überlegt sein. Grund genug, auch Second Hand eine Chance zu geben…. Der Griff zu bereits genutzten Stücken schon damit nicht nur die eigene Geldbörse, sondern auch die Umwelt!

Second Hand ist nicht weniger gut.

Von Haus aus langlebige Stücke, wie Möbel, Kinderwagen, Kinderräder oder Gesellschaftsspiele und Bücher verlieren nicht an Nutzbarkeit, wenn sie schon von einer Familie vorher in Verwendung waren. Für uns ist es inzwischen normal geworden, fast alle Anschaffungen zuerst gebraucht zu suchen, bevor (unter Umständen) neu gekauft wird.

Was eignet sich dafür, „vorgeliebt“, also Second Hand gekauft zu werden?

(Kinder) Kleidung

Saisonale Kleidung, wie Schneeanzüge, Regenhosen oder die Stiefel, die man im März noch kauft, wie die Füße im Winter stark gewachsen sind, sind die Klassiker. Aber auch viele andere Stücke eignen sich gut, weitere Kinder zu wärmen und zu kleiden. Second Hand Shops und kleine Läden, die „vorgeliebte“ Klamotten anbieten, gibt es inzwischen auch in jeder kleineren Stadt. Bei Schuhen macht es Sinn, die Innensohlen zu tauschen, bevor noch ein Kind sie trägt.

(Kinderzimmer) Möbel

Vollholzmöbel sind teuer, aber werden nicht kaputt oder können vom Fachmann gut repariert werden. Hochbetten, Schränke oder ein Schreibtisch, der davor in einer Schule gestanden ist, machen lange Freude, auch wenn schon vorher einige Kinder sie genutzt haben.

Möbel aus Holz kann man auch toll überarbeiten lassen und sie erscheinen im neuen Anstrich gleich nochmals so schön. (zB Urban Update Design)

Spielsachen

„Alles außer Kuscheltiere“ ist unsere persönliche Herangehensweise – aber auch die felligen Freunde kann man waschen… Bei Gesellschaftsspielen achten wir selber gut darauf, keine Kleinteile zu verlieren, dann können wir sie auch weitergeben, wenn sie Kinder das Interesse daran verlieren.

Fahrzeuge für die Kinder

Laufrad, Scooter, Kinderrad & Co können auf jeden Fall von mehreren Kindern benutzt werden. Mit einen feuchten Tuch abgewischt und eventuell leicht repariert sehen die älteren Stücke schnell wieder hübsch aus und sind sofort einsatzbereit.

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(Kinder) Bücher

Bücher sind sowas wie ein Klassiker: Tauschen, verleihen, verschenken oder selber am Flohmarkt verkaufen. Bücher habe ich schon in meiner Kindheit weitergegeben und so den Bestand nicht vergrößert, war aber immer mit Lesestoff versorgt.

Baby-Erstausstattung

Muslin-Tücher, Wickeltisch, Wippe, Stoffwindel-Ausstattung, Hochstuhl, Beistellbettchen… alles, was nur kurz benötigt wird oder in der Anschaffung hochpreisig ist.

Was eignet sich nicht, um es gebraucht zu kaufen?

Unterwäsche, Socken,… fallen für mich in diese Kategorie. Sonst fällt mir eigentlich nicht wirklich was ein, was man nicht zumindest versuchen könnte, übertragen und damit wesentlich günstiger und nachhaltiger zu bekommen.

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TIPPS FÜRS „SECOND HAND SHOPPEN“

Flohmärkte sind eine Möglichkeit. Ich muss aber gestehen, dass ich das Geschiebe, „Gewurl“ und die obligatorische Feilscherei nicht sonderlich gern mag. Im Winter ist es indoor sehr heiss und stickig und man meist schon nach wenigen Tischen durchgeschwitzt und entnervt. Ein Profi-Tipp für Flohmärkte: Schau gegen Ende hin, denn da wollen viele Verkäufer ihre Sachen nicht wieder einpacken und echte Schnäppchen sind gut möglich!

Im Second Hand Laden ist schon etwas einfacher. Allerdings musste ich auch das Shoppen im Second Hand Shop erst „lernen“, denn es ist doch ein wesentlich anderes Umfeld, als in der gut ausgeleuchteten und saisonal gestylten Boutique. Das ist jedoch eine Einstellungssache und mit etwas Feingefühl findet man tolle Stücke. Aber es braucht schon etwas Zeit, um sich im Laden zurecht zu finden, viele Second Hand Shops sind recht voll und bunt gemischt.

Mit diesen 4 Tipps findest du ein neues Lieblingsstück 2nd Hand

  1. Geh ohne konkrete Erwartung hin!
  2. Nimm dir Zeit und schau alle Ständer und Regale in Ruhe durch. Die Sortierung ist oft nach Art der Kleidung: da hängen alle möglichen Kleider, Blusen, Jacken in einer Reihe und das Auge muss sich mehr anstrengend, als in Boutiquen, wo alles vorgestyled ist.
  3. Schau auf die Qualität: hochwertige Materialien, wie Leder sind oft im Verhältnis zum Neupreis besonders günstig.
  4. Schau auf die Muster / Farben, die dir gefallen und lass dich nicht von aufgedruckten Größen abschrecken  – meist kann der Schnitt falls er nicht passt von der Schneiderin noch geändert werden.
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Second Hand im Netz

Geht es auch anders? Jetzt kommt ein Loblied auf Online-Second-Hand-Plattformen. Ebay und Willhaben, Mamikreisel und Shpock. DIE RETTUNG. Meine Top 10 der in den letzten Jahren „vorgeliebt“ gekauften Sachen: Umstandshosen, Kinderwagen, Fahrradanhänger, Lammfellfußsack, Wickelkommode, Kinderküche, Puppenwagen aus Holz, Spielsachen, Roller, Bücher – all das und noch viel mehr habe ich online gefunden, den Preis verhandelt und bei Abholung oder inklusive Versand gekauft.

Sogar ein Teil meines technischen Equipments hatte schon Vorbesitzer: mein iPhone, mein iMac, mein MacBook waren nicht mehr ganz neu, als ich sie erworben habe!

Tipps für den Online-Second Hand Einkauf

  1. Erreichbarkeit des Verkäufers – mir ist immer wichtig, dass ich eine rasche und ausführliche Antwort per Mail bekomme. Ich stelle immer mindestens 2 bis 3 offene Fragen zum Produkt, zum Zustand oder zur Abholung.
  2. Anschauen – wenn es sich um eine grössere Anschaffung handelt, dann schaue ich mir die Sachen gern unverbindlich an und probiere eventuelle Funktionen auch aus. Vor allem bei Technik ist das wichtig!
  3. Abholen – am liebsten kaufe in der Nähe und kann so hohe Versandkosten vermeiden und Mängel ggf. gleich entdecken.

Tauschen statt kaufen! LESETIPP: JUST SHARE IT!

Der Ansatz „tauschen oder teilen“ ist in unseren Köpfen und in der westlichen, konsumgeilen Gesellschaft noch recht neu. Seit ein paar Jahren aber haben „Swapping“-Events einen fixen Platz bei allen, die dem schnellen Konsum den Kampf ansagen wollen. Tauschkreis, Tauschparty, Swap, …. viele Bezeichnungen dafür, wenn viele Kleider ihre BesitzerIn wechseln.

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Ware gegen Ware funktioniert aber natürlich auch in vielen anderen Lebensbereichen. Das neue Buch „JUST SHARE IT!“ zählt sie alle auf! Gemeinsame Anschaffungen unter Freunden, Food-Koops oder eben gebrauchte Kleidung – das alles sind tolle Möglichkeiten, nicht mal schnell noch etwas zu kaufen, ohne es wirklich zu nutzen. Veronica Frenzel und Slow-Fashion-Expertin Nunu Kaller geben ihre Tipps und Erfahrungen preis. Food, Fashion, Daily Life, Mobility, Living, Kids, Books & Art sind die Unterkapitel und bieten so für jeden Lebensbereich sehr hilfreiche Impulse und Ideen, weniger im gewohnten Sinn zu konsumieren. TEILEN TUT GUT – fang am besten gleich damit an!

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Der nächste logische Schritt? MINIMALISMUS. LESETIPP: Einfach Familie leben

Wenn es nicht mehr alles und sofort kauft, dann kommt man drauf, dass man gut ohne das eine oder andere Teil auskommt und sich gut mit dem arrangieren kann, was vorhanden ist! Das ist die grundlegende Erkenntnis, die sich automatisch einstellen wird….

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„Einach Familie leben – Zuwendung & Zeit statt zuviel Zeug“ ist das neue Buch von Susanne Mierau und Milena Glimbovski. Wenn Kinder ins Leben treten, dann ist es für viele „normal“ sofort einige Anschaffungen zu tätigen und mangels besserem Wissen wird dann viel zu viel gekauft, ohne es je zu brauchen. Dem wollen die beiden Mütter entgegenwirken. Wohnen, Kleidung, Ernährung, Pflege, Mobilität sind einige der wichtigen Bereiche im Leben von Eltern, die Susanne und Milena beleuchten: Hier wird besonders viel Zeug herangeschafft, oft schon, wenn das Baby noch nicht mal auf der Welt ist!

Susanne lebt mit ihrer Familie in Berlin und ist eine Vorreiterin, was langsames, achtsames und minimaoistisches Leben angeht. Neben ihrer erfolgreichen Tätigkeit als Autorin und Bloggerin (geborgen-wachsen.de) begleitet sie Eltern, hält Workshops und Vorträge. Milena lebt ebenfalls in der deutschen Bundeshauptstadt und ist seit kurzem Mama eines kleinen Sohnes. Sie hat den bekanntesten Verpackungsfrei-Laden: „Original Unverpackt“ schon vor Jahren gegründet. Müll, Verpackung und sinnlose Dinge einzusparen und damit die Umwelt zu schonen liegt ihr einfach am Herzen.

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Ich finde beide Bücher eine wundervolle und schöne Inspirationsquelle (nicht nur) für Familien: Erste Schritte zu weniger Zeug, weniger Verpackung und mehr Achtsamkeit für die Ressourcen, die wir haben, werden gut aufbereitet dargestellt!

 


TIPP: Kauf Bücher am besten im nächsten Buchhandel!

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