Freitagsgeschichten

Schimpfwörter | FREITAGSGESCHICHTEN

HIER SCHREIBT ALVA. EHRLICH UND ECHT – AUS DEM LEBEN MIT KINDERN & MIT DEM NÖTIGEN SCHUSS HUMOR:

„Ich liebe es, wenn wir mit dem Auto nach Caorle fahren, denn dann erweitert der Papa immer mein Schimpfwörterrepertoire.“ Das war die Aussage meiner größten Tochter vor ein paar Jahren. Denn so richtig geschimpft mit den „gaaaanz argen Schimpfwörtern“ wird bei uns nicht.
Meist wird schon ein „Scheisse“, dass der Mutter beim Kochen entschlüpft mit hochgezogenen Augenbrauen und dem Satz „Mama, Das ist kein besonders schönes Wort“ von der Jüngsten quittiert.
Aber nun ist alles anders. Denn nun ist mein großes Mädchen im Gymnasium. Nun kommt sie tagtäglich mit neuen Wörtern nach Hause. Teilweise sehr lustigen und teilweise höchst irritierenden. Süß auch, dass offenbar der gängigste Rapperslang, Beleidigungen der jeweils anderen Mutter bei den Burschen in der ersten Klasse großen Anklang finden. Das ganze hört sich auf Deutsch allerdings eher etwas gewöhnungsbedürftig an.
Denn die schlimmen Teile werden offensichtlich nicht übersetzt und dann bleibt ein Kauderwelsch aus Englisch, Deutsch und einer Menge Fragezeichen. Denn was sonst bedeutet wohl: Ich hmhm deine mother. Oder: deine Mutter hahahaha.

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schimpfworte
Vielleicht versteht meine Große aber auch einfach die Hälfte der Schimpferei nicht oder sie möchte mir Teile davon vorenthalten.
Ich für meinen Teil, finde es auf alle Fälle manchmal richtig lustig. Vor allem wenn ich dann die Urheber solcher Sprüche beim In-die-Schule-bringen kennen lerne. Die Buben, die höflich grüßen und so irrsinnig nett aussehen, wenn sie vor der Schule stehen und ein Erwachsener sich in Reichweite befindet.
Also kennen meine Kinder nun eine Menge neuer blödsinniger Sprüche, die sie hoffentlich nicht verwenden. So wie bisher.
Aber vielleicht hat mich das Gefühl auch betrogen, dass ich mich auf der Insel der seeligen Schimpflosen befinde. Denn als ich unlängst beim Wäsche abnehmen, den Streit meiner Jüngsten mit der Mittleren verfolgt habe, hat diese das „Beschimpfen der Schwester“ auf ihre ganz eigene und straffreie Art vorgenommen. Die Mittlere dürfte der Kleinsten etwas weggenommen haben, worauf die Jüngste erzürnt schrie: „Du! Wenn ich dürfte, würde ich jetzt echt Sch*********schwester zu dir sagen. Aber weil ich weiß, dass ich das nicht darf, denk ich mir nur, dass du eine Sch*******schwester bist und sag es nicht laut.“
Ich wusste daraufhin tatsächlich nicht ob ich jetzt lachen, schimpfen oder einfach nur furchtbar stolz sein sollte für diese gerissene Art die eigene Schimpfwortwut loszuwerden.

PS: Alle anderen Geschichten von Alva gibt es hier gesammelt!

Die entzückende Illustration stammt aus der Feder von Susanne Binder.

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