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Kultur mit Kind | Volksoper Wien

„Ist das nicht schrecklich langweilig, wenn da so gar nicht gesungen wird?“, war die erste Frage, die mein mittleres Kind äußerte, als ich vorschlug, ins Ballett zu gehen. Damit wurde mir vor Auge geführt, dass ich diesen Zweig der Kultur bei meinen Kindern bis jetzt wohl sträflich vernachlässigt hatte. Möglicherweise, weil in den letzten Jahren die einzigen Ballettaufführungen, die wir erlebt hatten, etwas mit viel Rosa, viel Tüll und herumhopsenden Vierjährigen zu tun hatten.

Ballet in der Volksoper Wien: Peter Pan

 Nachdem mein Mittelkind und ich uns den Trailer der Volksoper zu Peter Pan angesehen hatten, war sie aber Feuer und Flamme. Es sah spannend aus und so gar nicht langweilig. Deshalb wurden sofort zwei Karten für genau dieses Stück besorgt, denn das mittlere Mädchen hatte noch ein „AndemTaggehörtMamamir“ -Guthaben.

Der Tag der Aufführung wurde sogar mit Filzstift im Kalender notiert und jeder Tag durchgestrichen, damit wir sie nur ja nicht versäumten.

Dann war es endlich soweit. Die klassische Reihenfolge des „Ein-Kind-Mutter-Tages“ ist stets Konditorei – Zuckerlgeschäft – Kaffeehausbesuch mit Frittatensuppe. So gestärkt ging es in die Volksoper.

Diesmal hatten wir einen Logenplatz. Loge hat natürlich noch einmal etwas für sich. „Mama, ich bin eine Prinzessin!“, huldvoll nickte der Königin Mutter dem aufgeregten Kind zu. Wir hatten einen wunderbaren Ausblick auf das Orchester. Darum wurden bis zum Beginn des Stücks eine Menge Fragen gestellt – warum der Mann mit der Oboe sich ein Papier in den Mund gestopft hat? Ob der Trommelmann immer nur mit 6 Trommeln spielt? Und warum jeder vor Beginn des Stückes etwas anders spielte und das so gar nicht harmonisch klang?

Doch als das Stück dann begann, vollzog sich eine Verwandlung bei meinem zappeligen Mädchen. Die Augen wurden größer und sie bewegte sich keinen Millimeter mehr auf ihrem Stuhl, damit sie ja nichts verpasste.

Die mitreißende und bezaubernde Musik, das großartige Bühnenbild und natürlich die absolut wundervolle Darstellung der Tänzer, erzeugten das Bild einer Geschichte, in die man eintauchte und bei der man aus dem Staunen nicht mehr herauskam.

Ein wendiger Peter, der mit seinem Schatten um die Wette tanzte, eine trotzige Tinker Bell, der man sofort abnahm, dass sie auch nach der Vorstellung nach Hause flog, die wilden Tänze der Indianer, Meerjungfrauen und nicht zuletzt die sehr außergewöhnliche und lustige Interpretation von CaptainHooksorgten dafür, dass man die Augen nicht mehr von der Bühne wenden konnte. Gefesselt von der Geschichte brach bei meinem Mädchen Panik aus, als sich der Vorhang schloss. „Ist es schon aus??“ Sie beruhigte sich erst, als sie realisierte, dass das die Pause war. „Mama, ich versteh die ganze Geschichte und das, obwohl nicht gesprochen oder gesungen wird. Das ist das schönste Stück, dass ich je gesehen habe!“ Und auch für mich war es etwas ganz Besonderes.

Verzaubert verließen wir das wunderschöne Gebäude.

Ich war mir sicher, wenn sie ihren Schwestern von dem Abend erzählen würde, käme ich wohl in den Genuss, das Stück noch einmal zu sehen. Und ich freue mich darauf!

Autorin Alva Sokopp lebt mit ihren 3 kulturbegeisterten Mädchen in Wien.

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