Gemüse Vorziehen leicht gemacht – 9 Tipps und Anzucht-Kalender zum Downloaden

Gemüse Vorziehen - so klappt es

Der Winter zeigt gerade nochmal was er kann, doch die Sonnenstrahlen der letzten Tage lassen es erahnen: Der Frühling ist nicht mehr weit! Hobbygärtnern kribbelt es nach der langen Winterpause schon in den Fingern und allzu gerne möchte man direkt mit dem Vorziehen und Anzüchten beginnen. Wir haben uns angeschaut, warum Gemüse Vorziehen Sinn macht, welche Pflanzen sich überhaupt dafür eignen und was man dabei beachten muss. Einen Anzucht-Kalender mit den beliebtesten Balkon- und Gartenpflanzen gibt es als Gratis-Download oben drauf.

Warum Gemüse Vorziehen Sinn macht

Jungpflanzen am Fensterbrett selber zu ziehen hat viele Vorteile:

  • Vorfreude: Das Aussäen und Vorziehen von Pflanzen in den eigenen vier Wänden ist eine schöne Möglichkeit, die Vorfreude auf den Frühling ins Haus zu holen.
  • Lehrreiches Hobby: Gemeinsames Garteln ist eine schöne Beschäftigung für die ganze Familie, denn auch Kinder helfen gerne beim Vorziehen mit und lernen so ganz nebenbei wie Pflanzen wachsen und was man bei der Pflege beachten muss.
  • Bewusst nachhaltig: Wer Gemüse selber aussät, kann das Saatgut ganz gezielt auswählen und auf biologische Sorten oder Raritäten zurückgreifen. Die Auswahl an biologischen Saatgutlieferanten ist viel größer als jene der biologischen Jungpflanzen-Lieferanten. Auf der Webseite der Umweltberatung findet sich eine Liste mit Anbietern von biologischem Saatgut. Einige der Anbieter haben auch einen Online Shop und so kann man Saatgut auch ganz einfach zu sich nach Hause bestellen.
  • Schön warm: Einige Pflanzen wie Chili oder Paprika brauchen zum Keimen und zum guten Wachstum hohe Temperaturen und können deshalb erst spät ins Freie gesetzt werden. Damit sich mit Wachstum und Reifung der Früchte die Ernte im Sommer bzw. Spätsommer ausgeht, müssen die Pflanzen schon recht früh im Jahr vorgezogen werden. Gemüse vorziehen bringt den Pflanzen also einen Wachstumsvorsprung und sie sind so schneller erntereif.
Gemüse Vorziehen macht auch Kindern viel Spaß

Welche Pflanzen sich zum Vorziehen eignen

Nicht bei allen Gemüsesorten macht das Vorziehen allerdings Sinn. Einige Pflanzen wie Zucchini, Gurken und Kürbisse wachsen schnell und wenn sie nach dem Keimen nicht rechtzeitig ins Pflanzgefäß umgesetzt werden, wachsen sie dort auch nicht mehr gut weiter. Außerdem bringt das Vorziehen bei diesen Sorten nur einen geringen Vorteil beim Erntezeitpunkt. Also muss man abwägen, ob sich der Aufwand des Vorziehens bei diesen Gemüsesorten wirklich lohnt. Auch Karotten, Rote Bete, Radieschen, Bohnen und Erbsen werden besser direkt ins Beet gesät.

Sinn macht das Vorziehen am Fensterbrett sehr wohl bei Sorten mit längerer Keimdauer und kälteempfindlichen Pflanzen wie Chili, Paprika oder Tomaten. Hier kann man durch das frühzeitige Aussäen starke Setzlinge heranziehen, die dann am Balkon oder im Garten zu kräftigen Pflanzen weiter wachsen und uns den Sommer und Herbst über mit ihren Früchten verwöhnen.

Was man beim Vorziehen beachten muss

Gemüse vorziehen ist keine große Hexerei. Spaß und Interesse sind die besten Voraussetzungen. Setzt man dazu noch folgende 9 Tipps in die Tat um, ist man auf dem besten Weg zu starken und robusten Jungpflanzen.

Richtiger Zeitpunkt

Ganz zentral für den Erfolg beim Vorziehen ist der richtige Zeitpunkt. Zu frühes Vorziehen bringt nichts, denn wenn die Pflanzen schon zu groß sind, aufgrund der Witterung aber noch nicht nach draußen verpflanzt werden können, werden die Setzlinge oft krank und gedeihen dann auch draußen nicht mehr. Deshalb ist gutes Timing gefragt! Unser Aussaat-Kalender gibt einen guten Überblick, wann welche Pflanze vorgezogen werden kann. Wir haben für unseren Kalender jene Pflanzen ausgewählt, bei denen das Vorziehen wirklich sinnvoll ist und die am häufigsten auf Balkonen und in kleineren Gärten zu finden sind.

Anzucht-Kalender

Gute Erde

Zum Gemüse Vorziehen sollte man unbedingt hochwertige Anzucht-Erde verwenden. Darin sind nämlich keine Pilzsporen, Mikroorganismen oder Rückstände von anderen Pflanzen zu finden. Außerdem ist Anzucht-Erde nicht gedüngt und somit ideal für die zarten Keimlinge.

Feines Plätzchen

Bei der Auswahl der Gefäße für das Vorziehen kann man kreativ werden. Auch vermeintlicher Müll lässt sich gut zum Anzuchtgefäß umfunktionieren. So eignen sich zum Beispiel Zeitungspapier, Klorollen, Tetrapacks, Eierschachteln oder sogar Eierschalen gut zum Anzüchten. Anleitungen und Ideen dazu finden sich hier.

Anzuchtgefäße aus Zeitungspapier

Wasser Marsch

Sobald die Samen in der Anzucht-Erde liegen, dürfen sie nicht mehr austrocknen. Sonst stoppt der Keimprozess und das Vorziehen ist vorzeitig vorbei. Sprühen ist besser als Gießen, weil das Samenkorn durch den sanften Sprühregen nicht ausgeschwemmt wird und an seinem Platz bleibt. Eine Klarsichtfolie oder eine Art Zimmergewächshaus, helfen dabei, die Keimlinge feucht zu halten und sorgen dafür, dass man nicht so oft bewässern muss. So ein Gewächshaus kann man aus Gemüseverpackungen oder leeren, in der Hälfte zerschnittenen Plastikflaschen ganz einfach selber basteln. Sobald die Pflänzchen aus der Erde schauen, kann man die Folie abnehmen.

Schöner Standort

Neben Wasser brauchen die Pflanzen Licht und Wärme. In vielen Wohnungen ist es gar nicht so leicht, einen guten Platz zu finden. Am Fensterbrett ist es zwar hell, aber wenn direkt darunter die Heizung auf Hochtouren läuft, dann ist es oft zu warm. Wenn es wenig direktes Licht in der Wohnung gibt, können auch so genannte Anzuchtlampen beim Gemüse Vorziehen helfen.

Ordnung muss sein

Damit man bei den kleinen Sprösslingen den Überblick behält, sollte man die Keimlinge auf jeden Fall beschriften. Auch hier sind der Fantasie und den Upcycling-Ideen keine Grenzen gesetzt: Kleine Wäscheklammern, alte in Streifen geschnittene Joghurtbecher, Eisstiele – aus vielen Gegenständen, die man sowieso Zuhause hat, lassen sich hübsche Schildchen basteln.

Beschriftungs-Ideen für die Sprösslinge

Ab nach draußen

Sind die Keimlinge dann groß genug und das Wetter draußen passt, können die Pflänzchen übersiedeln. In der Regel sollte man in unseren Breiten bis Mitte/Ende Mai warten. Rund um die so genannten Eisheiligen Mitte Mai kommt es immer wieder zu Nachtfrost, was für die zarten Pflänzchen oft das Aus bedeutet. Je nach Lage, Sonneneinstrahlung und Windschutz am Balkon oder im Garten muss man entscheiden, wann es Zeit ist, die Pflanzen in das Pflanzgefäß umzutopfen.

Pikieren

Ein wichtiger Schritt, der beim Übersiedeln keineswegs übergangen werden sollte, ist das Pikieren. Dabei geht es darum, dass die Pflanzen ausreichend Platz zum Wachsen brauchen und ausreichend Abstand zur nächsten Pflanze. Nur so wird sichergestellt, dass die Pflanzen nicht um Nährstoffe „kämpfen“ und gegenseitig in Konkurrenz treten. Außerdem brauchen die jungen Pflanzen nach dem Keimen auch andere Erde mit einem Nährstoffgehalt der das weitere Wachstum besser unterstützt. Beim Pikieren werden die Setzlinge mit Hilfe von einem Pikierstab – dazu kann man auch ein Essstäbchen verwenden – vorsichtig aus der Erde gelöst und dann umgesetzt.

Abhärten

Ganz wichtig beim Übersiedeln an die frische Luft ist es, die Pflänzchen einige Tage vorher langsam an die neue Umgebung und die kühleren Temperaturen zu gewöhnen. Die Keimlinge werden dazu an sonnigen milden Tagen ab Mitte/Ende April in den Garten oder auf den Balkon gestellt. Der Platz sollte leicht schattig und windgeschützt sein. Nachts müssen die Pflanzen unbedingt wieder reingeholt werden. Wenn Pflanzen nicht abgehärtet werden, kann es passieren, dass sie kurz nach dem Umzug ins Freie das Wachstum einstellen oder eingehen.

Bei den Pflanzgefäßen draußen sollte man auf die richtige Größe und Tiefe achten. Neben normalen Töpfen oder einem Beet oder Hochbeet eignen sich auch Kisten, Pflanz-Taschen oder sogar umfunktionierte Paletten. Eine Anleitung für einen schönen Pflanzenständer aus Paletten findet sich hier.

Pflanzenständer aus Paletten

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