Aufklärung für Anfänger | FREITAGSGESCHICHTEN

Kondom Automaten freitagsgeschichten 2 1
Kondom Automaten freitagsgeschichten 2 1

HIER SCHREIBT ALVA. EHRLICH UND ECHT – AUS DEM LEBEN MIT KINDERN & MIT DEM NÖTIGEN SCHUSS HUMOR:

Ich handhabe es mit der Aufklärung meiner Mädis so wie mit vielen anderen Themenbereichen. Ich beantworte ihre Fragen. Und zwar ehrlich. Natürlich kindgerecht und altersentsprechend verpackt. Aber ehrlich. Denn es hat bei meinen Mädis keinen Sinn ihnen etwas zu erklären, was sie nicht wissen wollen.

Die Kleinste glaubte zuerst, dass die Babys gefressen werden um in den Bauch zu kommen und nun dass sie beim Küssen entstehen. Auch wenn ihr die große Schwester mittlerweile tausend Mal erklärt, dass das nicht so ist. Es ist doch so für die Kleine, wie sie selbst es momentan sehen möchte.

Darum kann ich mich noch genau erinnern, als meine Größte begann mir die entscheidenden Fragen zum Thema Sexualität zu stellen. Und ich antwortete. Bis sie zumindest theoretisch wusste, was man so tat, damit ein Baby entstand. Sie war eigentlich nur entsetzt. Vor allem aber über die Tatsache, dass Rapunzel so etwas im Turm mit dem Prinzen gemacht haben musste. Lustigerweise war mir dieser Umstand beim Lesen bis jetzt noch nie bewusst geworden.

Sie blockte mich aber sofort ab, wenn ich versuchte gewisse Dinge ausführlicher zu beantworten. So entnahm sie den Umständen des Kinderkriegens die Tatsache, dass ich mit dem Papa dreimal Sex gehabt haben musste, weil sie ja zwei Schwestern hatte. Und immer wenn wir uns zum damaligen Zeitpunkt mit Freunden trafen die Kinder hatten, fiel ihr das wieder ein und sie sagte ehrfürchtig und ein wenig angewidert: „Dreimal, die haben drei Kinder, also haben sie es dreimal gemacht.“ Oder bei der Nachbarin: „Oh die ja auch einmal.“

Irgendwann schnappte sie aber von Bekannten etwas über ein ungeplantes Kind auf und schupps die wupps hagelte es neue Fragen, die mich wieder in meine Rolle als Aufklärerin forderten.

Ich begann mit der Tatsache, dass die meisten Menschen gerne Sex und sogar Spaß daran hatten. Ungläubig starrte mich meine Tochter an. als hätte ich gesagt, dass das Christkind in Wahrheit vom Planeten Mars käme und Blau wäre. Aber ok, das mit dem Christkind wusste sie ja auch schon länger. Ich versprach ihr hoch und heilig, dass sich ihr Gefühl zum Thema Zärtlichkeitenaustausch noch um einiges ändern würde, wenn sie älter wäre. Und das war der letzte Stand der Dinge.

Doch unlängst waren wir Essen. In einem Lokal. Und da bemerkte ich, dass meine Ehrlichkeit auch ihre Grenzen hatte.

Denn auf der Toilette befanden sich, von mir unbemerkt, zwei Automaten. Einer mit Vibratoren und dem ultimativen Versprechen maximalen Lustgewinns. Und einer mit Kondomen. Ein Thema, das wir schon einmal am Rande gestreift hatten.

Mein großes Mädi las sich während dem Händewaschen alles auf dem Vibratorenautomaten durch und fragte und fragte und fragte. Und ich erklärte und erklärte (und war froh, dass die kleinen Mädis beim Papa waren). Zufrieden, ob der Antworten, begann mein Kind sich die Hände abzutrockenen. Ihr Blick streifte den Kondomautomaten.

„Du, Mama?!“, fragte sie leise.

„Jaha?“ Ich ahnte schon Unangenehmes.

„Wieso sind diese Kondome denn in verschiedenen Farben?“

Gut, diese Frage brachte mich nicht in die Bredouille. „Weißt du Schatz, manche finden es einfach wahnsinnig lustig, wenn die Kondome, die sie verwenden eine Farbe haben.“

Ich öffnete ihr die Tür und deutete mit einem Nicken an, dass sie rausgehen sollte.

„Und, du Mama?“

Was könnte jetzt noch kommen?

„Jahaaaa?“

„Und wieso haben die verschiedene Geschmacksrichtungen. Da gibt es Banane, Erdbeere..,.!“

Nein! Was für ein Mist! Ich begann zu schwitzen und mein Hirn ratterte zur Höchstform auf. Lügen? Sollte ich lügen? Es gibt Dinge, die will ich noch nicht erklären. Aller Ehrlichkeit zum Trotz. Was erfinden? Also doch Lügen!

Und in dem Moment als ich mich für eine halbwegs ehrliche Antwort (ich ignoriere bitte jetzt den berechtigten Einwand, dass es keine halbwegs ehrlichen Antworten gibt) entschieden hatte, hörten wir von unten die gewaltige, markdurchdringende Stimme der Dreijährigen. „Hallooooo?? Mama wenn ihr nicht bald kommt, esse ich alle Nachspeisen auf!“

Mehr brauchte es nicht. Meine Große stürmte aus der Toilette nach unten und rief: „Ich komm schon, lass mir was über!!“

Ich atmete auf und blickte dankbar nach oben (keine Ahnung was ich da suchte). Die Antwort war ihr offensichtlich nicht so wichtig gewesen wie eine Nachspeise. Was für ein Glück!! Und auf das nächste Mal war ich hoffentlich vorbereitet…..

Zusatz: war ich nicht;-)….Fortsetzung folgt

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