Pro & Contra: Nahrungsergänzungsmittel für Kinder

Nahrungsergänzungsmittel für Kinder - Pro & Contra

Rotznase, Husten oder schon wieder Fieber? Der Winter neigt sich glücklicherweise dem Ende zu, aber bei vielen scheint die Krankheitswelle dieses Jahr gar nicht mehr abzureisen. Wenn die Kinder vom dritten Infekt in Folge heimgesucht werden, neigen viele Eltern dazu, nach zusätzlicher Unterstützung für das Immunsystem zu suchen. Viele greifen in solchen Momenten zu Nahrungsergänzungsmitteln. Die Werbeversprechungen klingen verlockend und die Kids selbst sagen zu vitamingeladenen Gummibärchen und Co. selten nein. „Hilft’s nix – schodt’s nix“, ist dabei der Zugang von vielen. Doch was spricht eigentlich wirklich für und gegen Nahrungsergänzungsmittel für Kinder? Das möchten wir in diesem Blogbeitrag beleuchten.

Ein boomender Markt: Nahrungsergänzungsmittel für Kinder

Nahrungsergänzungsmittel – kurz NEM – boomen: In Deutschland wurden 2023 laut Statista rund 3 Milliarden Euro mit Nährstoffpräparaten umgesetzt. In Österreich hat eine Marktstudie im Jahr 2021 gezeigt, dass 58 % gelegentlich bis regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Neben den Erwachsenen werden auch Kinder zur immer größeren Zielgruppe. Auch dazu gibt es Zahlen: Während es bei den Kindern bis 6 Jahren rund 7 Prozent sind, die Vitamine & Mineralstoffe in Form von NEM zu sich nehmen, sind es bei den 6-17 jährigen immerhin schon 15 Prozent.

Pro & Contra

pro und contra

Ob es sinnvoll oder gar schädlich ist, Kindern Nahrungsergänzungsmittel zu geben, darüber wird immer wieder hitzig und leidenschaftlich diskutiert. Wir schauen uns an, welche Argumente es auf beiden Seiten gibt.

Pro Nahrungsergänzungsmittel für Kinder – die Argumente:

  • Die Nährstoffe aus dem Essen reichen nicht (mehr) aus: Unsere Essgewohnheiten und auch unsere Lebensmittel haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Die Böden, in denen unsere Lebensmittel wachsen, sind oft ausgelaugt bzw. überdüngt. Damit landen schon von vorn herein weniger Nährstoffe in Obst & Gemüse. Lange Lieferketten und die Lagerung im Supermarkt und dem Kühlschrank verringern den Nährstoffgehalt zusätzlich.
kuehlschrank
  • Ausgleich für heikle Esser: Abwechslungsreich und gesund Kochen für Kinder – das ist im hektischen Alltag oft eine ganz schöne Herausforderung. Und selbst wenn wir es schaffen, dann ist noch lange nicht gesagt, dass die Kinder das gut heißen. Wählerische Esser bzw. wählerische Phasen kennen wohl alle Eltern. Nahrungsergänzungsmittel können einseitige Ernährung abfedern und dafür sorgen, dass Kinder alle erforderlichen Nährstoffe erhalten.
  • Booster für das Immunsystem: Insbesondere in den Wintermonaten oder zur Viren-Hochsaison kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln das Immunsystem stärken und die Anfälligkeit für Infektionen verringern.
  • Unterstützung des Wachstums: Kinder wachsen und entwickeln sich sehr schnell und oft sprunghaft. Bestimmte Nährstoffe wie Vitamin D, Calcium und Eisen sind dabei entscheidend für den Aufbau starker Knochen und Muskeln sowie für die kognitive Entwicklung.

Contra Nahrungsergänzungsmittel für Kinder – die Argumente:

  • Zu hoch dosiert: Bei vielen Nahrungsergänzungsmittel ist schlichtweg einfach zu viel des Guten drin. Damit besteht das Risiko einer Überdosierung bestimmter Nährstoffe. Das gilt insbesondere dann, wenn Kinder bereits ausreichend über ihre Ernährung mit Nährstoffen versorgt werden. Eine spannende Untersuchung dazu gibt es von der deutschen Verbraucherzentrale.
  • Zu viele Zusatzstoffe: Neben den Nährstoffen enthalten die Präparate oft viele unnötige oder gar schädliche Zusatzstoffe wie Zucker, Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe.
kinder im park 1
  • Nicht notwendig: Kinder in Mitteleuropa sind in der Regel mit allen notwendigen Nährstoffen ausreichend versorgt.
  • Zu teuer: Nahrungsergänzungsmittel mit tollen Werbeversprechungen gehen schnell ins Geld – ein Test der Arbeiterkammer Oberösterreich hat gezeigt, dass die Kosten zwischen 2 und 77 Euro pro Kind und Monat liegen können.

Fazit

Und wer hat jetzt recht? Ich für mich kann beiden Argumentationslinien etwas abgewinnen und die „Wahrheit“ liegt wohl irgendwo dazwischen bzw. sieht sie wohl für jeden etwas anders aus. Denn Ernährung ist ein sehr individuelles Thema: Kinder sind unterschiedlich genau so wie Lebensumstände, Essgewohnheiten & Routinen. Es macht auf jeden Fall Sinn, jedes Kind ganz individuell zu betrachten und bei der Befürchtung, dass ein Kind unterversorgt sein könnte, auf jeden Fall mit dem Kinderarzt zu sprechen!

Zum Schluss noch 3 Tipps:

  • Inhaltsstoffe genau checken & hinterfragen: Was ist in den Präparaten alles drinnen und was davon wird wirklich gebruacht?
  • Vorbild-Wirkung: Gesunde und ausgewogene Ernährung vorzuleben, ist ein guter Weg, um auch heikle Kinder davon zu begeistern. Immer wieder gesunde Alternativen anbieten und ausprobieren bringt’s! Denn der Geschmackssinn von Kindern entwickelt sich immer weiter.
  • Ergänzung, nicht Ersatz: Wie es der Name schon sagt, sollten Nahrungsergänzungsmittel für Kinder immer nur als Ergänzung gesehen werden und auf keinen Fall Ersatz für gesunde, ausgewogene Ernährung sein!

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