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SHOP SMALL | Interview mit Heike von Uftabum

UFTABUM kommt von Luftballon – nachhaltige Kindermode

„Nach 15 Jahren in der Medien- und Werbebranche habe ich eine Ausbildung zur Kleidermacherin absolviert und an der Landesinnung Wien für Bekleidungstechnik die Prüfung zur individuellen Befähigung als Kleidermacherin für Kinder erfolgreich abgelegt. Und dann bin ich in die spannende Welt der Kindermode eingetaucht und habe UFTABUM gegründet.“

Das sagt Heike über ihr nachhaltiges Kindermode-Label. Ich finde nicht nur den Ansatz schön und wichtig, mir gefallen auch die Sachen, die sie macht. Viele der Teile wachsen mit und werden aus weichen, nochwertigen Stoffen hergestellt.

♥ Besonders fair ist auch das Angebot von Heike, wenn ein Kleidungsstück zu klein geworden ist: Man kann es ihr zurück bringen und bekommt 30% des damaligen Verkaufspreis dafür! ♥

Interview

Was hat Dich dazu bewegt, das zu tun, was Du heute machst?

Es war ein Zusammenspiel vieler Faktoren, zum Beispiel hat mich die Geburt meiner Tochter sehr verändert, sodass der Wiedereinstieg nach der Karenz in meinen alten Job weniger befriedigend als erwartet verlaufen ist.. Letztendlich war es aber der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesh im April 2013, der mich dazu gebracht hat, UFTABUM zu gründen. Aus der tiefen Überzeugung heraus, dass das auch anders gehen MUSS.

Wie war der Weg hierher? 

Es hat etwas gedauert…
Ich komme eigentlich aus der Werbebranche. Aber nicht aus der kreativen Ecke, sondern aus der „Zahlenfuchser-Ecke“. Mir wurde immer wieder große Kreativität nachgesagt, aber ich habe mich hinter meinen Excel-Tabellen eigentlich sehr wohl gefühlt. Mit der Geburt meiner Tochter ist dann das Interesse am Selbermachen gekommen. Plötzlich war die Möglichkeit da, die Kreativität auszuleben, auch hatte das „Sachen Machen“, das Produkte herstellen, für mich Dienstleistungsmenschen einen ganz besonderen Reiz.
So habe ich mit 40 Jahren meinen Prokuristen-Job in der Werbebranche an den Nagel gehängt und eine Ausbildung als Kleidermacherin absolviert. Dann ein halbes Jahr Weiterbildung bei einer wunderbaren Schneiderin und schließlich die Prüfung zur individuellen Befähigung  bei der Landesinnung Wien. Damit war das Formale erledigt. Seitdem lerne ich tagtäglich mit großer Freude und Demut für und mit UFTABUM als Quereinsteigerin in einer hart umkämpften Branche. Und ich liebe es!

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Wo fühlst Du Dich inspiriert? Arbeitest Du eher daheim? Oder kommen die Ideen auf Reisen?

Ich sammle laufend Eindrücke, das lässt sich gar nicht vermeiden oder ausschalten – Das können Straßenschilder sein, oder Katzenspielzeug – aus allem kann mal was werden…

Beim Laufen wird dann mein Kopf so richtig frei und dann sprudeln oft die Ideen.
Ich arbeite fast ausschließlich daheim. Das Reisen kommt in letzter Zeit eindeutig zu kurz!

Betreibst Du das Label als Business?

Ja. Ich habe mich vor meiner Ausbildung dazu entschlossen ins kalte Wasser zu springen und habe meinen Brot-Job aufgegeben. Ganz oder gar nicht – anders wäre es für mich nicht möglich gewesen.

Wir Mamas sind besondere Kunden – viele von uns lieben das unique und handgemachte! Folgst Du Trends oder setzt Du welche?

Ganz ehrlich: ich bin kein Fan von Trends. Schon gar nicht bei Kindermode. Was heute Trend ist, will morgen niemand mehr sehen. Das steht meinem Nachhaltigkeitsgedanken zu sehr im Weg. Das überlasse ich den fast-fashion Läden.

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Bei welcher Tätigkeit bist Du im FLOW?

Beim Entwerfen eines neuen Produkts. Dann kann es passieren, dass ich mich etliche Stunden zB. in der Taschenausgestaltung eines Longpullis verliere…

Instagram: UFTABUM

Welche Kindheitserinnerung passt zu Deinen handgemachten Sachen? Was hat Dich geprägt?

In meiner Kindheit war jedes neue Kleidungsstück etwas Besonderes. Da gab es die großen Mode-Ketten in Wien noch nicht und zum Schulanfang ging es in die Kinderboutique. Dort wurden dann mit viel Bedacht ein paar neue Stücke ausgewählt. Diesen Bedacht sehe ich immer wieder bei meinen Kundinnen, und das gefällt mir sehr gut!
(Abgesehen davon, habe ich den Verdacht, dass ich mit dem Faltenrock meine Volksschulzeit in der Klosterschule verarbeitet habe :-))

Wenn Du eine Stadt wärst, welche wäre es und warum?

Da fällt mir spontan Siena ein. Klein, aber sehr, sehr fein. Ist man erst mal durch die schmalen, holprigen Gässchen durch steht man auf dem beeindruckendem Piazza del Campo. Und will nicht mehr weg.

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