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Papa sein. Danken wir den Männern.

Gut ein Jahr ist es schon her, dass Fräulein Tochter ihren ersten Schrei getan hat,  2 Jahre, dass der Schwangerschaftstest positiv war und sich damit nicht nur mein Leben gehörig auf den Kopf gestellt hat.

In diesen zwei Jahren haben die emotionalen Ups und Downs in einem ungeahnten Ausmaß alles Bisherige in den Schatten gestellt. Hier muss ich anmerken, dass wir schon vor dem Kind zehn Jahre miteinander gelebt haben, die auch durchaus turbulent waren, heisst: wir waren (Alltags)Kummer gewöhnt 🙂

– meine absolute Hochachtung vor allen Paaren, die nach kurzer Zeit eine Familie gründen.
Ich vermute einfach mal, dass wir Frauen mit der Schwangerschaft einen „Verdrängungs-Verniedlichungs-Starke-Nerven-Hormon-Cocktail“ bekommen, der weit über die Baby-/Säuglingsphase hinausreicht. So weit so gut und von der Natur durchaus so vorgesehen…

Doch wie geht es den Männern mit den neuen Herausforderungen? Wir schleppen sie zu allen Vorsorgeuntersuchungen mit und erwarten im selben Ausmass mit uns zu fühlen, recht unfair, weil sie dieses Würmchen ja nicht „innerlich“ spüren können. Die Geburt ist dann das nächste Trauma – wir stellen es den Männern in Wahrheit nicht frei, ob sie dieser Naturgewalt beiwohnen wollen, wir erwarten es! Danach gehts allerdings erst so richtig los: Schreiphasen, Koliken, Unruhe, Zähne, Wutausbrüche, Krankheiten, Schulstress….
Hier im Anschluss ein paar Wortmeldungen von Vätern … zum Nachdenken, Mitfühlen und um einen anderen Blickwinkel (ohne Hormonweichspüler) zu bekommen.

Jesper Juul dazu: „Du musst so authentisch wie möglich zu Deinen eigenen Werten und Lebenserfahrungen stehen (…). Du musst Deine Werte und Lebenserfahrungen Deinem Sohn oder Deiner Tochter so vermitteln und anbieten, dass Du ihnen dabei ermöglichst ihren eigenen Weg zu finden.“ Zitiert aus dem Buch Jesper Juul: „Mann und Vater sein“, Kreuz Verlag

H.S. (Name geändert), Vater einer 5 Monate alten Tochter: „Vater werden ist sowas wie das Erreichen eines wunderbaren Lebenziels, der Beweis männlicher Potenz (juchuu), die Angst zu Versagen und keine Brötchen zu verdienen und die Vorfreude auf ein wunderbares Leben voller blumiger Geschichten, Erlebnisse und Geburtstage. Wie es wird weiß Mann nicht genau, bisher ist alles auf Schiene, die Nächte kurz, die Arbeitstage lang und die Freude über unseres neues Familienmitglied riesengroß. Überforderung gibt es natürlich – wer weiß schon was Mann machen soll wenn das Baby ins Babybreiglas greift, die Hände ins Gesicht legt und Dich dann liebvoll anlächelt, oder die volle Windel herzlich vom Wickeltisch stösst, der Inhalt sich dann auf dem neuen Parkett des Hauses breit macht – es ist Liebe – wäre es keine, hätten wir nicht die nötige Power das alles zu managen. Ja, Familie ist super – da bin ich mir sicher – ich will trotz Anstrengung, Übermüdung, Zweifel und Zukunftsangst das Leben genauso leben wir wir es jetzt machen. Meine liebe Partnerin, meine Tochter unsere Tiere und ich sind ein perfektes Team – alles gut – ich bin mir sicher.“

Was Männer sich wünschen

Die Wünsche von Männern nach der Geburt sind so individuell wie die Lebensumstände und die Persönlichkeit. Dennoch gibt es Parallelen:

• So steht bei vielen Männern der Wunsch nach Sex mit der Partnerin, mindestens aber nach Körperkontakt und dem Austausch von Zärtlichkeiten ganz oben auf der Liste.

• Ein Abend allein mit der Liebsten – ohne der Option gleich das schreiende Baby wieder in den Schlaf wiegen zu müssen, wäre ebenfalls nicht schlecht.

• Wenn die Gespräche sich ausschließlich um das Baby und alles, was es tut oder nicht tut, drehen, verlieren viele Männer ebenfalls irgendwann die Geduld.
• Mama gluckt und lässt das Baby nicht aus den Augen? Auch das ist etwas, was Männer sich häufig wünschen: Mehr Verantwortung für das eigene Kind zu tragen und eigene Entscheidungen treffen. Männer wünschen sich, dass ihre Partnerin ihnen in Sachen Baby etwas zutraut.
• Und bei aller Leidenschaft fürs Vatersein und die Familie: Ein Abend mit Freunden bei Fußball und Bier wäre auch mal wieder schön. Quelle

Lies auch das:  So hilfst du deinem Kind zu mehr Widerstandskraft im Alltag. Resilienz beginnt daheim.

 

Lesetips zum Thema:

„Babyblues“ auch Väter sind betroffen

Interview mit Jan Josef Liefers übers Vatersein

Buchtipp:

Was Männer sich wünschen

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• So steht bei vielen Männern der Wunsch nach Sex mit der Partnerin, mindestens aber nach Körperkontakt und dem Austausch von Zärtlichkeiten ganz oben auf der Liste.

• Ein Abend allein mit der Liebsten – ohne der Option gleich das schreiende Baby wieder in den Schlaf wiegen zu müssen, wäre ebenfalls nicht schlecht.

• Wenn die Gespräche sich ausschließlich um das Baby und alles, was es tut oder nicht tut, drehen, verlieren viele Männer ebenfalls irgendwann die Geduld.
• Mama gluckt und lässt das Baby nicht aus den Augen? Auch das ist etwas, was Männer sich häufig wünschen: Mehr Verantwortung für das eigene Kind zu tragen und eigene Entscheidungen treffen. Männer wünschen sich, dass ihre Partnerin ihnen in Sachen Baby etwas zutraut.
• Und bei aller Leidenschaft fürs Vatersein und die Familie: Ein Abend mit Freunden bei Fußball und Bier wäre auch mal wieder schön. Quelle

 

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3 Kommentare zu “Papa sein. Danken wir den Männern.

  1. Eigentlich lustig, die Vater Perspektive ist im Prinzip fast nie ein Thema. Vielleicht auch, weil Männer ungefragt eher selten über ihre Gedanken und Gefühle Sprechen. Schöne Idee von dir, das mal zu thematisieren.

  2. Jesper Juul sagt ja auch: „Hütet Eure Paarbeziehung, als wäre sie Euer erstgeborenes Kind“ und in seinem Buch „Mann und Vater sein“ schlägt er ja die Einrichtung eines „Liebesministeriums“ vor – dieser Ministerposten sei vorzugsweise vom Mann zu bekleiden 😉

  3. Wow, ein toller Artikel! Für viele Väter bedeutet es eine große Umstellung im Leben. Die wichtigste Eigenschaft ist es, Verantwortung zu übernhmen und alles für das Kind zu tun. Ein Vorbild darin ist Nils Pickert, der sich für seinen Sohn extra einen Rock (!!) angezogen hat, um ihn zu unterstützen. Die außergewöhnliche Geschichte kannst du hier auch nachlesen:

    http://motivationsgeschichten.blog.de/2013/05/20/nils-pickert-guter-vater-traegt-rock-16034710/

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