Ohrpiercing Styles: Welche Piercings gibts am Ohr?

bildschirmfoto 2026 09 03 um 211909

Helix, Tragus, Daith oder klassisches Ohrloch? Ich trage mittlerweile acht Ohrlöcher und liebe die vielen Möglichkeiten. Welche Ohrpiercing Arten es gibt, welcher Schmuck wohin passt und warum auch meine Kinder ihre Ohrlöcher im Piercingstudio bekommen haben.

Neben den klassischen Ohrlöchern habe ich mir vor rund zwei Jahren Helix, Tragus und Daith piercen lassen (was das genau ist, erzähl ich dann weiter unten). Da ich alle meine Löcher im Ohr woanders machen hab lassen, ist mir klar geworden, Ohrpiercing ist längst nicht gleich Ohrpiercing. Je nachdem, wo am Ohr gestochen wird, unterscheiden sich Optik, Schmuck, Heilungsdauer und natürlich auch das Gefühl beim Stechen.

Acht (!!!) Löcher in den Ohren? Wenn mir das jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte, hätte ich vermutlich selbst gestaunt. Inzwischen gehören meine acht Ohrpiercings ganz selbstverständlich zu mir und ich liebe es, dass ich meinen Schmuck damit jeden Tag ein bisschen anders kombinieren kann.

Welche Ohrpiercings gibt es?

Das klassische Ohrloch im weichen Ohrläppchen heißt in der Piercing-Sprache Lobe Piercing. Darüber können ein zweites, drittes oder sogar viertes Loch als High Lobe platziert werden. Sobald es weiter nach oben Richtung Ohrmuschel geht, landen wir überwiegend beim Knorpel und da sind eine Reihe unterschiedlicher Ohrpiercings möglich.

Zu den bekanntesten gehören:

  • Helix: sitzt am äußeren, oberen Rand der Ohrmuschel
  • Tragus: wird durch den kleinen Knorpel direkt vor dem Gehörgang gestochen
  • Conch: sitzt in der Ohrmuschel 
  • Daith: liegt in der inneren Knorpelfalte oberhalb des Gehörgangs
  • Rook: verläuft durch eine Knorpelfalte im oberen inneren Bereich des Ohres

Welche Piercing-Position am eigenen Ohr möglich und sinnvoll ist, hängt nicht zuletzt auch von der individuellen Anatomie des Ohres, sowie von persönlichen Gewohnheiten und den Lebensumständen ab. Ein gutes Piercingstudio schaut deshalb nicht nur darauf, welches Piercing auf Pinterest schön aussieht, sondern ob es auch gut platziert werden kann. Ein Alltagsbeispiel für die Entscheidung kann ein Helm sein, der für die Fahrt am Motorrad notwendig ist, oder die eine Seite, auf der man immer einschlafen will.

Meine Ohrpiercings: Lobe, High-Lobe, Helix, Tragus & Daith

Meine drei zusätzlichen Piercings habe ich vor rund zwei Jahren stechen lassen und sie sind mittlerweile Teil meines täglichen Looks. Insgesamt komme ich damit auf acht Ohrlöcher und genau diese vielen Kombinationsmöglichkeiten machen für mich den Reiz aus.

Manchmal trage ich ganz kleine, unauffällige Stecker, manchmal unterschiedlich große Creolen und manchmal darf es etwas auffälliger sein, dann trage ich Statement-Ohrringe am ersten Ohrloch und kleine, passende Piercings. Gerade bei mehreren Ohrlöchern entsteht so ein individueller „Curated Ear-Look“: Die Schmuckstücke müssen nicht identisch sein, sollten aber miteinander harmonieren.

Sogar ein schlichtes Alltags-Outfit wirkt mit einer spannenden Kombination am Ohr sofort anders.

Ich habe meine Piercings der Reihe nach stechen lassen, erst am linken Ohr und erst als es abgeheilt war, einige Monate später, dann am rechten. Das war eine gute Entscheidung, wie sich herausgestellt hat und ich bin der Piercerin meines Vertrauens sehr dankbar für die umfangreiche Beratung. Leider dauerte es relativ lang, bis die Löcher im Ohrknorpel verheilt waren. Und so wars gut, dass ich immer schmerzfrei auf einer Seite liegen konnte.

Diesen Piercing Fehler hab ich gemacht

Eine Fehlentscheidung habe ich damals getroffen: ich habe mir am rechten Ohr zwei Piercings an einem Tag machen lassen. Das war beim Stechen von den Schmerzen her überschaubar, allerdings ist die Heilungsphase mit mehr als einem Jahr sehr lang gewesen. Mich hat die Piercerin damals auch darüber aufgeklärt und mir die Entscheidung freigestellt, es war also allein mein Fehler, meinen Körper mit zwei Wunden gleichzeitig zu belasten.

Ohrlöcher stechen oder schießen?

Auch die Kinder haben ihre Ohrlöcher im Piercingstudio bekommen. Mir war wichtig, dass das Ohr professionell mit einer sterilen Piercingnadel gestochen und nicht mit einer klassischen Ohrlochpistole geschossen wird.

Das hat auch einen Grund: Die Association of Professional Piercers weist bei üblichen Ohrlochpistolen unter anderem auf mögliche Probleme hinsichtlich Sterilität, Gewebetrauma und der Passform der typischen Ohrstecker hin. Eine professionelle Piercingnadel ermöglicht ein kontrolliertes Arbeiten, außerdem kann der Erstschmuck passend zur Anatomie und zu einer möglichen anfänglichen Schwellung ausgewählt werden.

Gerade bei Kindern würde ich deshalb auf ein Studio setzen, das Erfahrung mit Kindern hat, hygienisch arbeitet, alles in Ruhe und geduldig erklärt und vor allem auch das Kind selbst in die Entscheidung einbezieht.

Welches Material ist das beste für dein Ohrpiercing?

Beim Schmuck zählt nicht nur die Optik. Vor allem bei einem frisch gestochenen Piercing ist die Materialqualität entscheidend.

Für Erstschmuck werden unter anderem bestimmte zertifizierte Qualitäten von Implantat-Titan, Implantatstahl, Niobium sowie geeignetes massives Gold verwendet. Bei Gold nennt die Association of Professional Piercers mindestens 14 Karat und weist darauf hin, dass vergoldeter Schmuck für ein frisches Piercing nicht geeignet ist.

Sobald das Piercing vollständig verheilt ist, wird die Schmuckauswahl deutlich größer. Da ich meine Piercings alle täglich trage und nur selten komplett herausnehme, achte ich auf hochwertigen Schmuck. Ich liebe es, mir alles in Ruhe online anzusehen und bei lisaeleni werde ich immer fündig! Piercingschmuck aus 585 Gold und 585 Weißgold sind empfehlenswert, gerade bei Schmuck, den man rund um die Uhr tragen möchte. Es lohnt es sich meiner Erfahrung nach, auf Material, Verarbeitung und Tragekomfort zu achten. … Wer schon mal entzündete Ohren hatte, weiß, was ich meine!

Auch der Ohrschmuck der Kinder ist alltagstauglich und in zertifizierter Qualität.

bildschirmfoto 2026 09 03 um 212031

Welche Größe braucht ein Ohrpiercing?

Hier wird es ein bisschen komplizierter, denn „eine Größe für alle“ gibt es beim Piercingschmuck nicht. Ich habe mich diesbezüglich umgehend beraten lassen.

Entscheidend sind unter anderem:

Stabstärke: Sie beschreibt die Dicke des Schmucks beziehungsweise des Piercingkanals.

Stablänge: Bei Steckern bzw. Labrets muss der Stab zur Position und zur individuellen Anatomie passen.

Ringdurchmesser: Ein Helix-, Daith- oder Conch-Ring muss so groß sein, dass er bequem sitzt, soll aber optisch meist auch nicht unnötig weit abstehen.

Gerade unmittelbar nach dem Stechen braucht der Schmuck oft mehr Platz für eine mögliche Schwellung, auch da hat mich meine Piercerin sehr gut beraten und mir eine längeren Stab empfohlen. Sie sagte, zu enger Schmuck kann Druck verursachen, während zu langer Schmuck leichter hängen bleibt und den Piercingkanal reizen kann, was beides die Heilung beeinträchtigen kann. Deshalb würde ich die passende Größe zumindest beim ersten Schmuckwechsel immer mit dem Piercingstudio abstimmen.

Wichtig ist allerdings: Nicht jede Schmuckform eignet sich für jede Phase der Heilung. Der Erstschmuck sollte immer zusammen mit dem Piercer passend zur Position und Anatomie ausgewählt werden. Erst wenn das Piercing wirklich verheilt ist, würde ich stärker nach Optik entscheiden.

Ohrpiercings wollen gepflegt werden, jetzt ist Geduld gefragt!

Was ich durch Helix, Tragus und Daith definitiv gelernt habe: Knorpelpiercings brauchen Zeit.

Sie können deutlich länger zum vollständigen Abheilen brauchen als ein klassisches Ohrloch. Druck beim Schlafen, Kopfhörer, Haare, die daran hängen bleiben, oder ständiges Berühren können zusätzlich irritieren. Auch deshalb ist es sinnvoll, den Pflegeempfehlungen des eigenen Piercingstudios zu folgen und dem Ohr tatsächlich Ruhe zu geben.

Mein wichtigstes Learning war vermutlich: Nicht ständig daran herumtun. Ein Piercing muss nicht jeden Tag kontrolliert, gedreht oder bewegt werden.

Und falls ein Piercing ungewöhnlich stark schmerzt, anschwillt oder sich entzündet, lieber professionell abklären lassen, statt selbst mit diversen Hausmitteln zu experimentieren.

Welcher Schmuck passt an welche Stelle?

Nach der vollständigen Abheilung beginnt für mich der eigentlich schöne Teil, das Ausprobieren und Kombinieren.

Beim Lobe und High Lobe funktionieren klassische Ohrstecker, kleine Creolen und feine Huggies besonders gut. Am Helix mag ich sowohl kleine Stecker als auch zarte Ringe. Beim Tragus sind flache Labret-Stecker praktisch, weil sie wenig auftragen. Ein Daith wird typischerweise mit einem Ring getragen, ich liebe hier glitzernde Steinchen!

Mein Fazit nach 2 Jahren mit Piercings

Ich würde meine Ohrpiercings jederzeit wieder machen lassen. Meine acht Ohrlöcher sind für mich inzwischen weniger „Piercing“ als vielmehr eine zusätzliche Möglichkeit, Schmuck zu tragen und meinen Stil jeden Tag ein bisschen zu verändern.

Mal minimalistisch, mal auffälliger, mal alles Gold, mal unterschiedliche Formen, ich liebe die Abwechslung.

Wer mit mehreren Ohrpiercings liebäugelt, muss übrigens nicht gleich einen kompletten Curated Ear planen. Ein zusätzliches High Lobe oder ein einzelnes Helix kann schon reichen, um ganz neue Kombinationen mit dem Schmuck zu ermöglichen, den man ohnehin besitzt. Hier habe ich einen umfangreichen Ratgeber gefunden.

Und dann wächst die Sammlung vielleicht ganz von selbst. Bei mir sind es inzwischen schließlich auch acht geworden.

Werbung

mockup cover 1buch selfcare mockup23893 3d e1701457518903

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert