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Corina Wochenbericht IV | FREITAGSGESCHICHTE

Was bisher her geschah: Anfang März war noch keine Rede davon, was dann nicht mal 10 Tage später Realität wurde…. Das Virus mit C (liebevoll genannt Corina) hat den Atem der gesamten Welt angehalten. Hier gibt es ungeschönte Einblicke in die Welt einer 3fachen Mama, die wie so viele diese „neue Normalität“ mitträgt ohne Rücksicht auf Verluste. Ok, mit literweise Kaffee…. und einer Prise Ironie. Danke an Autorin Alva für diese ehrlichen Einblicke!

Vierte Freitagsgeschichte nach dem Zusammenprall mit Corina (Tag 75)

Was?? Heute ist Samstag? Ja, wieso sagt mir denn das keiner. Gut, dann eben diese Mal eine Samstagsgeschichte.
Von dieser Woche weiß ich eigentlich nichts mehr. Vermutlich weil sich Corina nicht mehr sooft bei mir meldet, aber dennoch noch ein wenig mein Leben beeinflusst. Schnell und sehr dicht ist es nämlich immer noch.
Gut, dass ich diese täglichen Notizen schreibe. Mit denen lässt sich ja zum Glück jeder Tag rekonstruieren.

Da war fein säuberlich auf einem Stichwortzettel folgendes Wörterrepertoire notiert, mit dem ich mir die Highlights oder besser gesagt die Lowlights des Tages merken sollte.

corina wochenbericht iv | freitagsgeschichte

Am Montag zum Beispiel: Alter, Hose mit ähem „Krakel“ (oder so) und Stühle.
Ahaaaaa. Alter also. Hmm. der Aha-Effekt blieb aus. Meinte ich mit Alter das Alter oder ist das nur die Schönschreibe von „Oida“. Und wenn „Oida“, meinte ich damit einen Aufschrei oder betitelte ich damit auf äußerst uncharmante Weise meinen Ehemann? Der eigentlich jünger ist. Leider offenbarte sich mir nicht was damit gemeint war.

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Na egal. Ich hatte ja noch zwei Wörter. Hose mit „Krakel“. Also das geschrieben Wort sah aus wie „Krakel“. Ja, klar weiß ich das „Krakel“ kein Wort ist. Und es konnte in meinem Kopf auch keinerlei Verbindung zu einer Hose hergestellt werden. Ich atmete tief durch. Wenigstens das ist mir von meinen unzählige versäumten Yogastunden geblieben.

Ein Wort hatte ich ja noch. Stühle. Hmm. Ich denke ich meinte Sessel und nicht die Verdauungsprodukte meiner Familie. Aber es war nichts mit unseren Sesseln. Glaub ich. Muss ich mal nachfragen. Aber alle unsere Sesseln standen an Ort und Stelle.
Gut, der Montag ist mit meinen wirren Gedanken abgehakt. Ich muss meine Art Notizen zu machen überdenken. Widmen wir uns dem Dienstag.

Dienstag: Hier stand. „L. will Babyproduktion ankurbeln.“
Aha ja. Hier wusste ich noch sehr genau was gemeint war. Das war der Tag an dem sich meine Jüngste wieder einmal echauffierte die Jüngste zu sein. Und zwar lautstark und ohne Ende.
„Mama, bitte ich mag nicht mehr die Jüngste sein.“ Den Satz kannte ich schon. Und die darauffolgenden auch. Klein Mädi wollte unbedingt eine jüngere Schwester die ihren Platz einnehmen sollte. Und selbst mein Argument, dass diese Schwester dann womöglich auch nicht die Jüngste sein möchte und ich dann bis in alle Ewigkeit Kinder kriegen muss änderte nichts an ihrem Wunsch oder dem Gejammer. Ich probierte etwas Neues:
„Können wir nicht eine Lösung für dieses Problem finden. Damit du dich wohl fühlst mit deinem Platz als Jüngste?“
Sie beobachtete mich eine Weile. Dann schnappte sie sich ein Buch. „Na gut, liebste Mutter, (hier legte sie eine bedeutungsschwangere Pause ein) dann fühl ich mich ab heute einfach nicht mehr wie die Jüngste.“ Sie hielt mir das Buch unter die Nase. „Und jetzt lies mir dieses Buch hier vor. Das erinnert mich immer so an meine Kindheit.“
Oh, dieses Kind!!!

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Mittwoch: Die gähnende Leere auf dem Zettel zeigte mir wie unglaublich interessante Dinge sich an diesem Tag ereignet haben müssen. Nein, im Ernst. Die waren sicher so aufregend, dass ich vergessen habe Notizen zu machen.

Donnerstag: Hier prangte das Wort „Bim“. Das aufregendste was der Donnerstag hergab war eine Bimfahrt? Ach ja.
An dem Tag bin ich also Bim gefahren. Erstmalig seit Corina. Mit Mundschutz. Dem extradicken. Weil ich keinen anderen gefunden habe.
Was soll ich sagen? Zuerst dachte ich, ich werde sowieso ersticken und dann hab ich auch noch telefonieren müssen. Weil dringender Anruf. Nuschelt eigentlich jeder Mensch mit Mundschutz?
Am Hörer eine Freundin die gerade verlassen wurde. Nicht zum ersten Mal und immer wieder vom selben Mann. Würde hier als Notiz „Oida“ stehen könnte ich es fix zuordnen.

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Ich hab also in der Bim nicht jugendfreie Kommentare in das Telefon gebrüllt. Gebrüllt weil Maske. Und auch weil grantig auf diesen ihren Ex. Beim Brüllen und Fuchteln hat sich ständig die Maske verschoben. Masken sind definitiv nix für emotionale Sprechweisen. Erst als sich bei ein paar Mitinsassen in der Bim Schweißperlen auf der Stirn gebildet haben (ob wegen meinem Fuchteln, dass den Mindestabstand gefährdete oder aber wegen dem Gesprächsinhalt war unklar) beendete ich diesen Mini-Telenovela-Einblick. Ich wollte ja keinesfalls, dass jemand kollabiert.

Freitag: Tja. Am Freitag stand hier: „Geschichte nicht vergessen“. Was mir zeigt, dass ich am Freitag den Zettel wohl erfolgreich ignoriert hatte. Denn sonst wäre ja jetzt nicht Samstag.

Das Tier zum „D“: Alle Tiere schimpfen über den bösen Ex. Nur nicht der Dalmatiner. der bewundert den Schlawiner.


Wer Alva’s Worte und ihre Art so liebt wie ich, muss sich ihre Bücher besorgen! Eine wundervolle Art, der (Mama)Realität (zumindest kurz) zu entfliehen und den (kalten) Kaffee mit ein paar lustigen Zeilen zu verbringen!

 

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