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Corina Wochenbericht III | Freitagsgeschichten

Dritte Freitagsgeschichte nach dem Zusammenprall mit Corina (Tag 68)

Was für eine aufregende Woche! Schulbeginn! Und das gleich zweimal an zwei verschiedenen Tagen. Ich war nervöser als beim ersten Schultag im Herbst. Meine Kinder auch.
Die chronologischen Abfolge. Also so ungefähr halt:

Montag:
Am Montag war alles wie schon gewohnt. Mit den Größeren hab ich versucht „Schule zu spielen“ mit der Kleineren ein Kartenspiel.
Sie mischte und teilte aus. Wir mussten gleichzeitig aufdecken. Die höhere Karte gewann. Ihre Karten waren erstaunlich gut. Meine erstaunlich schlecht. Und das blieb eine Weile so. Gerade als ich anmerken wollte, dass hier wohl jemand schummelt, hatte ich eine sensationelle Karte. Mein Kind dafür eine miese. Also doch nicht geschummelt.
Mein Mädchen stutze beim Anblick meiner Karte beließ es aber bei einem Stirnrunzeln. Doch auch beim nächsten Zug war meine haushoch besser als ihre. Das kleine Mädchen rutschte nervös am Sessel herum. Als auch beim weiteren Spiel der Stich an mich ging rief sie: „Warte, warte, warte!! Da ist wohl was schief gelaufen.“ Ich grinste.
Also doch geschummelt. Aber schlecht geschummelt.
Sie ruderte mit den Armen. „Irgendwas stimmt hier nicht. Ich könnte schwören ich hatte deine Karte bei meinen gesehen.“ Ich nickte wissend. Sie wurde grantig. Schnappte tief Luft und änderte die Taktik. „Also Mama, kein Mensch hat dreimal hintereinander die höchsten Karten. Du schummelst! Mit dir spiel ich überhaupt nicht mehr.“ Empört sprang sie auf und verließ den Tatort. Ich und schummeln. Pah!

Dienstag:
Der Tag war dem Montag ähnlich. Außer dass ich etwas nervös war. Denn am nächsten Tag startete die Schule. Okay für eine. Einen Tag. Trotzdem. Ich hatte ein immens schlechtes Gewissen. Hatte ich alle der 400 Mails mit den neuen Schulregeln gelesen? Und verstanden? War alles eingepackt?

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Während ich meinen Gedanken nachhing machte mein mittleres Kind neben mir Mathe. 57 weniger 23? Sie sprach mit sich selbst. Spaltete die Rechnung auf. Vergeblich. Begann von neuem. 57 weniger 23. Dann radierte sie auf ihrem Blatt herum. Und wiederholte noch einmal. Also was ist denn 57 weniger 23. Mich machte das wahnsinnig. Ich wollte schließlich nachdenken was ich noch zu erledigen hatte. Gut, vielleicht lag es an dieser einen Rechnung. Ich raunte in ihre Richtung: „34. Schreib 34 hin.“ Sie strahlte mich an. Kritzelte fleißig. Bevor dann dasselbe Prozedere mit 69 weniger 21 losging. So konnte ich keinen klaren Gedanken fassen und ich ertappte mich dabei wie ich ihr bei drei weiteren Rechnungen nach langem hin und her das Ergebnis ansagte. Bis ich diesen klitzekleinen Grinser in ihrem Gesicht entdeckte. Ich sah ihr lange in die Augen. „Du, Schatz, du machst das aber nicht absichtlich … ?“
Sie kicherte los. „Oh Mann! Schade. Das funktioniert normalerweise immer mit viel mehr Rechnungen.“ Waaaaas? Ich bin sooo berechnend. Frechheit!

Mittwoch:
Zwei von drei Kindern waren um 7.30 außer Haus. Das Große schlief noch. Ich warf einen Blick in meinen Kalender. Und erstarrte. Denn da stand nichts. Gaaaaaaar nichts! Ich hatte den Tag frei gehalten. Als würde ich dem Frieden nicht trauen.
Völlig überfordert von so viel Freizeit setzte ich mich mit Kaffee auch die Couch. Mein Blick fiel auf die Osterdeko. Ich konnte sie wie das Brot im Märchen von Frau Holle brüllen hören: „Räum mich weg. Räum mich weg!!“ Ob ich wohl …? Nein, nicht heute.
Der Trockner piepste. Der Geschirrspüler rülpste sein „Ich bin fertig-Geräusch“. Beharrlich blieb ich auf meinem Platz. Herrlich. Diese „Nichts-tun“.
Mein großes Kind brüllte ein „Guten Morgen! Gibt es Frühstück?“ aus ihrem Zimmer. Doch immer noch blieb ich in meiner hart erkämpften Position. Und träumte von immer währendem inneren Frieden. Erst als der Hund mir vor die Füße kotzte erwachte ich und kam in die Gänge. Langeweile vermutlich erst so ab 2030 möglich.

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Donnerstag:

(Wieder einmal eine Lücke. Das wird ja schon zur Gewohnheit hier)

Was war denn bitte am Donnerstag? Ach ja. Das Finale von GMTM. (Für genauso Uninteressierte wie mich: Germany’s Next Top Model). Und ich hatte versprochen es mit meiner Großen anzusehen. Den ganzen Tag überlegte ich mir wie ich aus der Nummer wohl rauskommen könnte. Ich hasste so Sendungen wie GMTM. Wo alle Personen rumzickten und sich beschimpften. Gruselig.
Eine Freundin kam zu Besuch. Mit Tochter. Diese wollte bei uns das Finale sehen. Und durfte es auch. Im Kinderzimmer mit dem provisorisch eingerichteten Corina-Fernseher. Hurraaaaaaa! Ich war aus dem Schneider.
Ich brachte ihnen Popcorn und setzte mich ins Wohnzimmer. Zu meinem Mann. Der sich die Nachrichten ansah. Oder etwas anderes Gescheites.
„Viel-mitdenk-fernsehen“ in einem Raum versus „wenig-mitdenk-fernsehen“ im anderen.
Ich hörte Susi aus Herzblatt: „Tja, liebe Alva. Nun musst du dich entscheiden“.

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Ich begab mich ins Kinderzimmer nur um Popcorn mitzuessen. Klarerweise.
Mein Blick fiel auf den Bildschirm.
Mein Kind witterte ihre Chance mich zu involvieren und klärte mich schnell auf wer, wer sei und wie, was, wann, jemand ausgeschieden ist. Und dann … Es musste wohl eine Kurz-Amnesie (bitte nicht mit unserem Kanzler in Verbindung bringen) gewesen sein, die mich bis zum Schluss ausharren ließ. Plötzlich war es nämlich 23.30. Ich wusste wer die Gewinnerin war und auch alles andere zum Thema GMTM. Mein Kind war stolz auf mich. Ich schockiert. Und verbuchte es als Corina-Ausrutscher.

Freitag: Das große Kind hatte Schule. Um 10.00. Auch hier hatte ich ein schlechtes Gewissen. Weniger wegen den Regeln. Mehr wegen: ich habe nichts was sie in den letzten Wochen gemacht hat kontrolliert. Ich tue mal so, als wäre das weil ich finde es ist ihre Verantwortung zu lernen. Und ignoriere den Umstand, dass ich auch deshalb nur wenig nachgefragt habe, weil ich den möglichen Handlungsbedarf womöglich in Mathe nicht durchgestanden wäre. Gute Mütter dürfen sich auch mal in die eigene Tasche schwindeln. Unausgesprochenes Corinagesetz!

Der Satz zum „C“-Tier: Alle Tiere sind ganz ehrlich. Außer das Chamäleon. Das lügt wie gedruckt ins Telefon.

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