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mirno more Friedensflotte | Das weltgrösste Kinderfriedensprojekt auf See

GASTARTIKEL

Von 16. bis 23. 9. segelten hunderte benachteiligte oder körperlich beeinträchtigte Kinder durch Kroatien:

mirno more

Ich bin mal wieder unterwegs mit meinem absoluten Herzensprojekt. Es hat nichts mit Textilien zu tun, es hat nichts mit globaler Produktion zu tun, es hat sogar nichts mit Greenpeace zu tun. Sondern mit Kindern, die es im Leben normalerweise schwerer haben als andere. Kinder mit körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen, Kinder, die nicht das Glück haben, Eltern zu haben, die sich um sie kümmern können, Kinder mit ADHS oder anderen Entwicklungsstörungen. Dieses Jahr sind es gut 700 Kinder, die mit sind, mit auf der Friedensflotte mirno more. Genauere Infos zur Flotte gibt es auf der Facebookseite und hier auf der Webseite.

Zusammenhalt und Abenteuer

Eine Woche lang haben diese Kinder Abenteuer. Sie gehen mit ihren BetreuerInnen und erfahrenen Skippern segeln. Sie haben eine Woche, in der es keine Außenseiter gibt, in der dafür gesorgt wird, dass sämtliche Aktivitäten inklusiv stattfinden. Die Kinder lernen als etwa sechsköpfige Crew an Bord Knoten und Segelmanöver, aber auch Zusammenhalt.

Kleine Helden

Und ich darf seit mittlerweile drei Jahren im etwa 60-köpfigen Organisationsteam dabei sein und liebe die Stimmung jedes Jahr aufs Neue: Am Steg kommen dir Kinder entgegen, die dich vom letzten Jahr wiedererkennen und fallen dir um den Hals, und man kann jedes Jahr verschlossenen Kindern beim „aufmachen“ zu schauen. Sonntags noch schüchtern und in sich gekehrt, sind sie spätestens Dienstags in der Marina Kastela kleine Helden mit einem Dauergrinsen im Gesicht.

Vitamin Sea

Doch auch die Stimmung an Bord der Organisationsschiffe ist jedes Jahr aufs Neue etwas, das mich nach Ablauf der Woche in den Flottenblues verfallen lässt. Ein funktionierendes Team, das in seiner Gesamtheit genau einmal im Jahr für eine Woche zusammenkommt. Im Zweck der guten Sache und der Menschlichkeit. An Board zählen Rücksicht und Miteinander und enorm viel Spaß. Und: Das Meer macht glücklich. Immer. Und sehr.

PS: ein bisschen hat es doch mit Textilien zu tun: Wir vom Team haben neue Mützen bekommen, und ich freu mich sehr: Sie sind aus Biobaumwolle J

Über die Autorin: Nunu Kaller ist Konsumentensprecherin bei Greenpeace Österreich, Bloggerin ichkaufnix.com und Buchautorin und hat mirno more dieses Jahr ehrenamtlich zum dritten Mal begleitet – und ganz sicher nicht zum letzten Mal.

Es begann 1994 mit der Idee, Kindern aus den kriegsgebeutelten Gebieten Ex-Jugoslawiens Erholung am Meer zu ermöglichen. Damals waren erfahrene österreichische Skipper mit sozialem Gewissen überzeugt: Auf einem Schiff muss die Crew zusammenhalten, damit man vom Fleck kommt – es gibt also keinen besseren Ort, um Kindern Toleranz, Integration und ein friedliches Miteinander beizubringen. 

Diese kleine Idee wurde zum größten maritimen Kinderfriedensprojekt der Welt – bis zu 900 Kinder finden sich inzwischen jährlich in der dritten Septemberwoche zur großen Sternfahrt an Kroatiens Küste ein. Die Kinder kommen aus bis zu 20 verschiedenen Ländern – von Afghanistan bis Rumänien, von Slowenien bis Deutschland. Bei gemeinsamen Aufenthalten in verschiedenen Marinas rund um Split wird den häufig aus sozialen Einrichtungen kommenden Kindern und Jugendlichen ein pädagogisches Erlebnisprogramm geboten: Von den unterschiedlichsten Spieleaktionen über Reflexionen rund um Frieden und Gemeinschaft bis hin zum großen gemeinsamen Fest, bei dem die Kinder und Teenager selbst das Programm gestalten können. Rundum werden Erinnerungen fürs Leben geschaffen! 

Fotos: mirno more

  1. TOll und auch noch tolle Fotos .. Die Kinder strahlen ja richtig und können mal ganz klar mehr als ich 😉 segeln. LIebe Schwedenlichtergrüße aus dem hohen Norden 😉

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