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Bedeutet Attachment Parenting Selbstaufgabe? NEIN.

Attachment Parenting

Attachment Parenting (Wikipedia) hat ganz viel mit natürlichem Mutter-Instinkt zu tun. Das Baby nah bei sich zu haben, zu tragen, zu stillen (bzw nach Bedarf zu füttern, nicht nach der Uhr)… das sind einige der Punkte, die die sieben Säulen der Erziehungslehre nach William Sears bilden. Besonders aufgefallen ist mir dieser Punkt: „Balance der Bedürfnisse von Kind und MUTTER“. Erst 2001 kam er im Buch dazu, ebenso wie „Verzicht auf Schlaftraining“, aber hey, das ist 16 Jahre her!

Es geht beispielsweise nicht darum, Kindern vorbehaltlos alles zu geben, was sie fordern. Vielmehr geht es darum zu unterscheiden, was sind Wünsche und was sind echte Bedürfnisse. Das Kind steht bei dieser Erziehungsform nicht im alleinigen Mittelpunkt – maßgeblich sind stets die Bedürfnisse aller.

Auszug aus „das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten“

Im zitierten Buch ist eine wunderbare Zusammenfassung aller 13 Kapitel des Attachment Parenting-Buchs von W. und M. Sears und beeinhaltet einen sehr wesentlichen Punkt für viele Situationen mit Kindern:

UNTERSCHEIDE: Wunsch vs. Bedürfnis

 

 

 

BALANCE der Bedürfnisse von Kind und Mutter

Allem voran – was es keines falls bedeuten darf, ist die SELBSTFÜRSORGE  -die eigene Person, das eigene Wohl und die eigenen Bedürfnisse- zu vernachlässigen. AP, unerzogen, bindungsorientiert … im Grunde genommen ist der Begriff oder der medial gewählte Hashtag völlig egal. So sehr ich die Mama-Community hier schätze, manchmal ist alles einfach zu sehr in einer Bubble… 🙁

Das Zusammenleben und das Wohl der Familie sollten im Vordergrund stehen und wenn das bedeutet, dass nicht vier oder fünf Personen in einem Bett schlafen können, dann wird sich eine andere gute Lösung statt dem Familienbett finden lassen. Ein Extra-Bett im Kinderzimmer oder einfach eine Matratze, auf die man sich bei Bedarf bequem zum Kind dazulegen kann. Ich kenne auch viele Familien, die sich das nächtliche Flasche-geben so gut aufgeteilt haben, wie es mit Stillen nie gegangen wäre und auch wir hatten (und haben) immer einen Kinderwagen benutzt, obwohl sie gern getragen wurden.

Schau auf DICH

Den Kindern geht es so gut, wie es der Mutter geht.

Wenn wir es schaffen, auf uns zu schauen, dann ist das meiner Meinung nach die halbe Miete. Warum? Weil wir dann gelassener, geduldiger, in manchen anstrengenden Situationen etwas nachsichtiger sein können und uns die Kommunikation dann echt und ehrlich gelingt.

Wir kommunizieren sowieso IMMER – egal, wie es uns gerade geht und niemand hat so feine Antennen dafür, wie wir uns fühlen, wie die eigenen Kinder.

Stärke dich selbst.

Mir persönlich ist das nie besonders leicht gefallen. Um Hilfe bitten, arbeiten einfach liegen lassen, Termine streichen oder einfach „nur dasitzen“? GING NICHT.

Nach einigen harten Jahren, zwei Geburten, (ungeplanten) langen Stillzeiten musste ich dringend was ändern. Ich habe mir tatsächlich Hilfe gesucht und sie in Linda gefunden. Sie ist mein MAMA-COACH. Sie hat mir gleich zu Beginn geraten: „Stärke Dich selbst.“ Regelmässig spreche ich mit ihr, wir finden zusammen wertvolle Möglichkeiten, den Alltag positiv zu bewältigen. Manchmal auch online, via Skype.

Kontaktiere Linda

SELBSTFÜRSORGE in der Theorie

Coaching ist so viel mehr, als in der Vergangenheit zu graben, woher die eigenen Wesenszüge und das Temperament kommen. Coaching bringt -schnell- Lösungen.

Ich war begeistert und wollte das unbedingt weitergeben. Ich wollte meine Online-Präsenz dazu verwenden, möglichst viele Mamas abzuholen und ihnen zu vermitteln: STÄRKE DICH SELBST.

So hiess dann auch der 2. Podcast, den wir im Rahmen einer inzwischen knapp 30 Teile umfassenden Reihe „MAMA-COACHING für die Ohren und fürs Herz“ veröffentlicht haben und es ist der, den ich mir selber immer und immer wieder anhöre.

 

 

Nun geht es mir besser – mit mir selber.

Dadurch kann ich den Kindern geduldiger zuhören, kann sie weinen, schreien und toben lassen, wenn es notwendig ist und die Konflikte, die wir haben, sind oft lehrreich für uns alle.

… und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin  zu schauen.
Astrid Lindgren

Die Zeit, die wir uns für uns selber nehmen, ist wie Luft, die wir zum Atmen brauchen. An manchen Tagen reicht mir ein kleiner Kaffee, den ich langsam im Stehen an der Fensterbank trinke und dann muss es ein Wochenende mit der besten Freundin in der Therme sein! Pssst: Ich habe ein Wochenende im September schon gebucht…!

Die „Inseln“, die den Alltag gut und das Leben mit Familie schön machen, gilt es zu finden!

Was sind DEINE?

 


Attachment Parenting & Selbsfürsorge ist auch für viele andere Mama-Bloggerinnen KEIN Widerspruch. Blogparade und Linksammlung bei geborgen-wachsen.de

Fotos: Stephanie Rimoux

 

  1. Ich wusste gar nicht, dass ich anscheinend „attachement parenting“ betreibe (unilektionen beinhart vergessen 🙂 ). Sehr schön zusammengefasst auch das mit der Balance der Bedürfnisse ❤

  2. Sehr schöner Beitrag. Die Kids dürfen ja durchaus auch merken, dass Mami auch Bedürfnisse hat. Schliesslich sollen sie ja mal zu fürsorglichen, mitfühlenden Menschen heranwachsen, finde ich mindestens.

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