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Familienurlaub | Fernreise mit Kleinkind

FERNREISE MIT KLEINEN KINDERN?

Ich gestehe, erst war ich mir nicht ganz sicher, ob es eine gute Idee ist, mit zwei kleinen Kindern ans andere Ende der Welt zu fliegen.

Unsere knappe Urlaubszeit in den letzten Jahren und die traurige Tatsache, dass unsere Kinder mit sechs und drei Jahren noch nie am Meer waren, taten dann aber ihr übriges und so haben wir 3 Wochen Karibik gebucht.

Hier folgen viele Bilder & ein Video, meine Erkenntnisse und meine persönlichen Tipps, wie der Familienurlaub die beste Zeit im Jahr wird!

„Und, wie wars? Also ehrlich jetzt, mit 2 Kindern…?“

Diese Frage habe ich in den letzten zwei Wochen so oft beantworten müssen, dass ich es auch hier gleich vor dem Reisebericht platziere.

Ich fand es wunderschön! Wenn wir uns ehrlich sind, ist eine Urlaubsreise mit Kindern etwas komplett anderes, als das, was wir früher als Urlaub bezeichnet haben, aber das ist eine uns allen bekannte Tatsache. Wir müssen auch im „Palmenland“ 24/7 für unsere Kinder da sein. Wenn man sich gleich vorab damit gut arrangiert und die eigenen Erwartungen anpasst, dann klappts auch mit dem Urlaub.

Die Zeit steht still.

Diesen Eindruck hatte ich manchmal. Ich konnte die Mädchen dabei beobachten, wie sie sich mit anderssprachigen Kindern „unterhalten“ und angefreundet haben. Die ersten Enttäuschungen, weil die neue, beste Freundin nicht am Pool erschien und der heftige Streit mit vielen Tränen um einen im Pool gefundenen goldenen Ohrring waren so emotionale und wichtige Momente. Und ich hatte die Möglichkeit, sie zu begleiten und einfach da zu sein. Diese alltäglichen Situationen und Augenblicke bekomme ich sonst aus dem Kindergarten erzählt, aber es ist etwas ganz anderes, dem Kind sofort beizustehen. Ich habe wahnsinnig viel gelernt über das soziale Verhalten meiner Kinder und bin echt dankbar dafür!

Wundervoll fand ich auch den Umgang der beiden Schwestern miteinander. In den ersten Tagen gab es kleinere Rangeleien und „das gehört mir und nicht dir….“-Debatten, die sich dann fast vollständig gelegt haben! Sie haben in einem Bett geschlafen und die langsame Zeit richtig aufgesaugt.

Langweilig?

Ja, ich hatte schon aufregendere Urlaube…. aber dafür ist jetzt gerade nicht die Zeit. Jetzt war die Zeit, 20 innige Tage mit meiner Familie zu verbringen.

Dominikanische Republik.

Das konkrete Reiseziel wurde nach dem Wind- und Wasser-Sport des Mannes ausgewählt und die Details haben wir gemeinsam geplant. Wir waren im Norden der Dominikanischen Republik. Der Strand bietet sich an, um verschiedene Wassersportarten zu erlernen und auszuüben: Kite- und Windsurf-Stationen, Boogieboard-Verleihe, sowie Pferde gibt es entlang der gesamten Bucht. Die Bucht ist auch für Familien gut geeignet. Feiner Sand und warmes Wasser sind besonders am Vormittag, bevor der Wind stärker wird toll zum Planschen und Spielen.

Flug und Jetlag

Leider wird der Flug nach Puerto Plata nicht direkt von Wien aus angeboten und so war die Reise lang und dementsprechend angstrengend. Nach einem kurzen Flug nach Köln/Bonn mussten wir umsteigen und dann hieß es 10 Stunden durchzuhalten. Die Kinder waren richtig geduldig und haben zwischendurch kurz geschlafen. Wir haben Knetmasse, Stickerbücher, Geschichtenbücher und kleine Motorik-Spiele eingepackt. Die Little Ponys und die Lotties, sowie das Lieblingskuscheltier haben sie selber ausgesucht und mitgenommen. Selbstverständlich haben sie auch das on-Board-Film-Angebot genutzt, vor allem Frl. Tochter hat sich gefreut, ganze Filme am Stück schauen zu können.

Die Strapazen des Fluges verkraften Kinder erstaunlich gut! Sie schlafen, wenn sie müde sind und können auf den knappen Sitzen des Flugzeuges recht gut und bequem sitzen. Die Versorgung mit Wasser ist wichtig und eventuell ein erfrischendes Spray. Wir hatten  nach der Heimreise ein paar Tage mit dem Zeitunterschied zu kämpfen. Besonders Abends mussten wir Geduld haben, die Schlafenszeit wurde noch weiter nach hinten geschoben. Aber durch langsames Anpassen an die alten Gewohnheiten war das binnen weniger Tage wieder erledigt.

Hotel.

Wir haben uns gegen eine Individualreise und für All-Inclusive entschieden. Das war für uns ebenso eine Premiere, wie die weite Anreise. Wir haben diese Wahl in keinster Weise bereut. Der Club (Viva Wyndham Resort) war zwar groß, aber richtig gut auf Familien bzw. Kinder eingestellt und es hat uns echt an nichts gefehlt.

Das Essen wurde in Form eines umfangreichen Buffets mit internationalen Speisen, sowie in drei unterschiedlichen á-la-Carte-Restaurants angeboten und wir haben alle immer etwas Leckeres gefunden. Es gab ein nettes und nicht allzu aufdringliches Animations-Angebot, manchmal wurde sogar am Pool frische Paella gekocht!

Ein weiterer Vorteil eines großen Hotels: Das Essen ist hygienisch völlig unbedenklich! Durch meine eigenen, weniger guten Erfahrungen in Ägypten war ich leicht nervös und habe uns mit Medikamenten eingedeckt. Gottseidank habe nur ich an den letzten Tagen eine Elektrolytlösung gebraucht, die Kinder waren den ganzen Urlaub gesund.

Zimmer.

Wir hatten eine Junior-Suite mit zwei großen Zimmern mit jeweils zwei Betten. Das war richtig angenehm. Den Platz haben wir unter Tags sehr gern für eine Pause im Schatten oder einen kleinen Mittagsschlaf genutzt. Der Balkon war Richtung Garten und ich habe den rot blühenden Baum und die Palmen sehr geliebt.

Die Räume im Viva Wyndham Resort sind neu renoviert und modern-minimalistisch eingerichtet. Ohne viel Deko, hell und freundlich. Wir mussten uns allerdings mit der Aircondition anfreunden, weil es sonst viel zu feucht und stickig geworden wäre.

Pool.

An die 30 Grad und unterschiedliche Tiefen von 95-150cm, sowie ein eigenes Mini-Becken mit 30cm für die Kleinsten haben das Planschen im Pool echt angenehm gemacht. Trotz vieler Hotelgäste war es nie überfüllt und es war sauber und gut gepflegt.

Meer.

Es war herrlich! Das Wasser hatte knapp 30 Grad und es gab richtige Wellen. Auch am Strand konnte man in fast 1m hohen Wellen mit dem Boogie-Board surfen und beide Mädchen haben die erste Bekanntschaft mit Salzwasser sehr genossen. Mit viel Ehrfurcht und Bedacht haben sie sich vorgewagt, das war schön, sie dabei zu beobachten.

Leider gibt es dort nur ganz wenige und winzige Muscheln, aber so sind die, die wir gefunden haben etwas ganz besonderes. Wie einen Schatz haben sie sie gehütet, vorsichtig abgewaschen und dann damit gespielt.

City.

Stadt ist wohl übertrieben, aber das kleine Örtchen Cabarete ist direkt hinter dem Strandabschnitt und kann gut zu Fuß oder mit dem Taxi in wenigen Minuten erreicht werden.

Hier gibt es nicht besonders viel, aber einige Souvenir-Shops, Boutiquen und Restaurants, sowie gute Massage- und Spa-Anbieter. Wir haben die tropischen Früchte gekostet und frisches Kokoswasser getrunken. Der Ort hat mir einen Rückzugsort geboten: Hier hatte ich die Möglichkeit, ein paar Stunden aus dem Hotel zu „fliehen“ und ohne auf jemand aufpassen zu müssen, einfach zu sein.

Ausflüge.

Direkt über das Hotel kann man verschiedene Adventure-Trips ins Landesinnere buchen. Wir haben das nicht gemacht, mir schien der Aufwand für die Kinder zu groß.

Reisevorbereitung.

So haben wir geplant und gepackt: Die Vorbereitung war auf mehrere Tage aufgeteilt.  Abflugtag war Dienstag, so konnten wir das Wochenende davor nutzen, gemeinsam in die Ferienzeit „einzutauchen“. Da wir leider beiden in den letzten Monaten über unserer Grenze gelebt haben, was die Work-Life-Balance betrifft, war dieser smoothe Start eine feine Sache.

Ich habe mich an meine Packliste gehalten. Wir hatten im Urlaub wirklich alles mit, was wir brauchten  –  ich kann sie uneingeschränkt empfehlen!

Vor allem auch, was die Medikamente betrifft! Zum Glück haben wir selber nicht viel gebraucht, aber im Falle des Falles ist es gut, wenn man bekannte und erprobte Mittel mit hat.

Zusätzlich habe ich noch die Homöopathische Haus- und Reiseapotheke nach I. Stadelmann eingepackt, das war gut. Die von der Sonne und dem ungewohnten Klima überdrehten Kinder haben sich mit einfachen Mitteln gut beruhigt.

Sommer-Reise

Wenn man vom Sommer in den Sommer reist, dann braucht man wenig Gewand bzw. lassen sich die leichten Sachen gut packen. Wir sind mit nur einem großen Koffer, einer Reisetasche und etwas Handgepäck zu viert geflogen. Mehr wäre echt mühsam und unhandlich gewesen.

Flughafen-Transfer: Wir haben einen Sonder-Transfer vorgebucht und mussten so nicht spät abends nach 12 Stunden Flug im Sammel-Bus ins Hotel fahren. Das war sicher eine der besten Investitionen in eine entspannte Anreise!

Klima

Das Klima in der Karibik ist heiß und tropisch, nicht selten regnet es. Damit man mit den hohen Temperaturen und der Feuchtigkeit gut zurechtkommt, ist es immens wichtig, genug Wasser zu trinken. Das war nicht einfach in den ersten Tagen, aber mit viel Geduld ging es dann gut, die Kinder zu motivieren. Wir haben dazu viel Wassermelone gegessen und dazwischen auch verdünnten Saft getrunken. Die Mittagsstunden haben wir gern am Zimmer oder am schattigen Balkon verbracht und ab 16.00 war es beim Wasser dann wieder perfekt. Es wird schon um 20.00 dunkel, so hatten wir keine großen Bett-Geh-Diskussionen und konnten auch den Abend noch genießen.

Chillen oder Action?

Drei Wochen sind lang! Man hat die Möglichkeit, komplett abzuschalten, die Zeit und die gewohnten Verpflichtungen nahezu komplett ausser Acht zu lassen und sich gut zu aklimatisieren. Wir haben uns bewusst so viel Zeit genommen, glücklicherweise war es möglich! Es ist mehr als nur ein Break aus dem Alltag und man hat auch im Urlaub nicht das Gefühl ständig etwas zu verpassen, wenn man nicht diesen und jenen Ausflug macht ….. Das wiederum macht es möglich, sich auf den langsamen Rhythmus der Kinder einzulassen, Mittagspause um 15.00 im Zimmer ist genauso ok, wie eine frühe Morgen-Schwimm-Session im warmen Meer. Geduld ist wie so oft der Schlüssel, unser „Threenager“ braucht die Ruhe und die Gelassenheit mehr denn je. Die Abgrenzung die erste Phase der Loslösung sind in vollem Gange und wenn sie etwas partout nicht will oder es sich anders überlegt, dann ist es meist die einzige Lösung zu warten. (Das gelingt mir im Alltag nicht immer…..)

Mit diesen 8 Extra-Tipps wird die Fernreise mit Familie eine wunderbar entspannte Zeit:

  • PACKEN NACH PLAN
  • FLUG-ENTERTAINMENT (TABLETT, STIFTE, SNACKS, EIN NEUES BUCH AM FLUGHAFEN KAUFEN)
  • PRIVAT-SHUTTLE
  • INTERNATIONALES ESSEN
  • ALL-INCLUSIVE HOTEL
  • WENIGE FIXE TERMINE (AUSFLÜGE) VORPLANEN
  • LIEBLINGSSACHEN DER KINDER (DEKO, DECKEN, SPIELSACHEN, KUSCHELTIERE)
  • AUSZEITEN (ME-TIME, SPORTKURSE) FÜR DIE ELTERN

 

FAZIT:

Wir haben es geliebt! Trotz der weiten Anreise und kaum Action war es eine perfekte Auszeit für die ganze Familie.

Und so sah er aus, der perfekte Tag im Paradies:

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