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MAMA ist die Beste! | Interview mit Rolli Mum

 

MAMAINTERVIEW mit der Rolli-Mum Marianne*

Die Schwangerschaft und die Geburt eines Babys stellt den gewohnten Alltag auf den Kopf und alles muss neu geordnet werden. Eine besonderes Team möchte ich Euch hier vorstellen, Marianne* und ihren Sohn:

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Auf vier Rädern durch den Mama-Alltag

Für uns Mamas kann ein „ganz normaler Tag“ schon mal am Rande der Verzweiflung oder nahe der körperlichen Grenzen enden. Unvorstellbar, wenn hierzu eine massive Bewegungseinschränkung kommt.

Wie sieht ein Tag in Deinem Leben aus?

Es ist der normale Wahnsinn mit einem noch Kindergartenkind, zum Glück geht er seit diesem Jahr gerne, denn das hält in der Früh noch mehr auf, wenn man darüber verhandeln muss.

Wenn es sich gut ausgeht, bringt mein Exmann, sein Papa ihn in den Kindergarten, damit ich los fahren kann. Bin für 20Std. in einem Rehabzentrum für Onkologische Patienten als Klinische Psychologin tätig und hab die Stunden auf 3 Tage eingeteilt und da ich auch eine Stunde Anfahrt habe, bin ich froh, wenn es in der Früh etwas locker wird.

Und damit komme ich schon zur nächsten Frage..

Wer hilft Dir?

Ohne Organisation, geht gar nichts, egal ob man im Rollstuhl sitzt oder nicht. Ich brauche die Unterstützung beider Großeltern, um Ihn an mind. 2 Tagen vom Kiga abzuholen und ihn zu betreuen. An einem Tag schaffe ich es selbst rechtzeitig. Ich habe schon mal verglichen, das ist bei anderen Mamas kaum anders. Da ich mit meinem Sohn alleine wohne seitdem er 2 Monate ist, bin ich es gewohnt den Alltag mit ihm und um ihn zu organisieren. Für mich nichts besonderes und ich brauche nicht mehr Hilfe als andere.

Dabei bin ich froh, dass er so ein kleiner großer Mann ist, denn umso „erwachsener“ er wird, umso einfacher wird es auch auf einer Weise für mich…

Wie war Deine Schwangerschaft?

Meine Schwangerschaft war ziemlich unkompliziert, hatte zwar immer wieder Schwindelanfälle, aber auch die hielten sich im Rahmen. Ich bin mir sicher man könnte die 2.Schwangerschaft mehr genießen, da wüsste man schon was so alles passiert. Ich hatte einen Kaiserschnitt, obwohl es kein Problem ist mit einem Querschnitt normal zu gebären. Meine Gynäkologin wollte aber auf Nummer Sicher gehen. Eine Freundin von mir, die ebenfalls im Rollstuhl sitzt hat mittlerweile 2 Kinder „normal“ auf die Welt gebracht.

Auch die Geburt und die Zeit danach waren etwas durchwachsen, da wir in Trennung waren, mein Mann und ich. Auch das finde ich hauptsächlich schade, weil ich denke, dass das eine schöne Zeit ist, um das Neue mit allen Sinnen zu erfahren.

Gerade mit ganz kleinem Baby ist oft der Alltag sehr fordernd, wie hast Du Dich organisiert?

In der Schwangerschaft, habe ich über Internet viel gesucht  und nur spärlich gefunden, vielleicht gibt es jetzt mehr…Hab mir sämtliche Tragetücher und Tragehilfen bestellt.

Im Endeffekt zeigt dann nur die Praxis, wie es läuft.  Es war schon oft umständlich das kleine Würmchen zu befördern, aber es ging immer. Jede Woche war ich froh, dass sein Köper etwas mehr konnte, sein Köpfchen halten zum Beispiel, denn da braucht man dann weniger stützen.  Mir ist aufgefallen, dass  es genau diese Kleinigkeiten ausgemacht haben, um den Alltag zu erleichtern. Hormone, Baby, stillen und Schlafmangel sind für jeden anstrengend, möchte aber gar nichts davon missen.

Ich war viel mit ihm unterwegs, am besten lief es, er sitzend mit Tragetuch auf meinem Schoß. So ging ich einkaufen, spazieren und auch zu Hause war es eine gute Möglichkeit.

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Hatte mir auch bevor das mit dem „Laufen“ los ging, eine Kinderleine J bestellt..nie benützt….

 

Gibt es Stellen in Österreich (oder online) an die man sich wenden kann, wenn man als Frau im Rollstuhl ein Kind erwartet oder im Alltag Hilfe braucht?

Als ich auf der Suche war, habe ich nicht so viel gefunden, eher in Deutschland gab es ein paar Seiten. Ich weiß jetzt, dass es die Möglichkeit gibt eine Assistenz zu beantragen. Meine Freundin macht davon Gebrauch. Hätte ich es damals gewusst, wäre es trotzdem keine Option für mich gewesen.

 

Welche Situation im Leben mit Baby bzw. Kind ist Dir besonders in Erinnerung?

Es ist erschreckend, oder erstaunlich was eine Geburt mit Mamagehirn macht. Bzw. bei mir war es so, dass mit der Geburt eine Angst mitentsteht, die vollkommen neu für mich war. Immer das Gefühl, hoffentlich passiert ihm nichts und  geht es ihm gut. Das Gefühl begleitet mich wohl für immer…hab gelernt nicht rein zu kippen;)

Es gibt nicht eine besondere Erinnerung, es ist jede Entwicklung und Erfahrung neu, anders, heraufordernd und besonders.

 

Wie reagieren die Leute? Helfen sie? Schauen sie?

Unterschiedlich, schauen, wollen auch helfen… Mit Hilfe annehmen tu ich mir aber generell schwer.

Was für mich das Wichtigste ist, dass mein Sohn nicht derjenige ist der mir hilft. Dabei reagiere ich empfindlich, wenn Fremde sagen: Na, hilfst du der Mama brav??!…

Beim Einkaufen, zum Beispiel…Nein, er hilft nicht, ganz im Gegenteil J

Er ist mein Sohn und ich seine Mama. Für ihn soll es keine Einschränkung sein mit seiner Mama unterwegs zu sein..war es auch nie. Hab immer darauf geachtet,  alles zu machen was Kind gerne macht..Spielplatz, schwimmen, klettern… Da wo ich mir unsicher war und bin habe ich einen lieben Menschen aus meinem guten Netz mit. Und da es Papa und Großeltern gibt machen die die für mich unmöglichen Dinge.

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Wie bist Du unterwegs? Mit dem Auto?

Ohne Auto geht und ging nichts. Schon alleine meine Anfahrtszeit in meine Arbeitsstelle.

Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, wie man ohne Auto zurechtkommt. Für mich ist das Auto ein großer Teil meiner Unabhängigkeit.

 

*** DANKE *** Danke, dass ich so neugierig sein durfte, und Du so persönliche Dinge mit uns teilst! Mütter wie Dich braucht unsere Welt!

 

*Name geändert

 

 

  1. Tolle Frau! Ich bin beeindruckt – der Sohn kann stolzbsein, denn für ihn wird Inklusion ganz normal sein und er wird verwundert sein, dass es dafür ein extra Wort gibt!

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