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MAMA ist die Beste! Interview mit Fotografin Anna Lisa Chang

 

MAMAINTERVIEW mit Fotografin Anna Lisa Chang

Liebe Anna Lisa, ich kenne Dich durch einen Foto-Workshop in Graz, seit dem ich noch mehr Fotos mache und richtig Spaß daran habe, Situationen und Bilder festzuhalten, danke!

Ich darf Dich – als Mama –  heute noch besser kennenlernen und ein bisschen neugierig sein…

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Du bist selber Mama von zwei Kindern. Deine Bilder sehen nicht aus, als wären sie geplant entstanden. Hast Du die Kamera immer bereit? Im Alltag?

Stimmt, geplant sind die Bilder so gut wie nie. Manchmal bitte ich die Kinder darum, etwas noch einmal zu machen, wenn ich mal zu langsam war, aber das klappt meistens sowieso nicht. Sie tun ja schließlich was sie wollen.

In den letzten 2,5 Jahren hatte ich die Kamera so gut wie nie mit, weil ich mich eh schon wie ein Packesel gefühlt habe, aber langsam geht das wieder. Wobei ich mich dann auf ein kleines, handliches Objektiv beschränke. Zu Hause liegt die Kamera aber meistens griffbereit – ich muss nur auch daran denken und gerade nicht zu müde sein. Überhaupt sollte man meinen, es gibt bei uns unzählige Familienfotos, aber ich musste vor kurzem mit Erschrecken feststellen, dass dem nicht so ist! Also: Mehr Fotos!

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Deine Bilder sprechen eine tolle Sprache, ungeschönt und doch wunderschön. Was ist dir wichtig, wenn Du Deine Kinder ablichtest?

Erst einmal: Dankeschön! 🙂

Mir ist wichtig, dass die Kinder sich vor der Kamera wohl fühlen. Vor allem meine Tochter mag manchmal nicht, weil sie in dem Moment vielleicht mit sich selbst unzufrieden ist. Dann fotografiere ich nicht.

Ich möchte mit meinen Fotos zeigen, wie unser Familienleben meistens ist, – nämlich chaotisch und ein bisschen dreckig mit ganz viel Harmonie zwischendurch – aber dabei niemanden bloß stellen.

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Du bist engagierte Fotografin für Sternenkinder, jetzt auch die österreichische Ansprechpartnerin für dein-sternenkind.eu. Wie bist Du dazu gekommen?

Eine Kollegin postete eines Tages auf Facebook, dass sie sich gerade dort angemeldet hat. Ich dachte mir: “Super Sache! Mach’ ich auch!” Kaum gedacht, schon angemeldet und dann kamen kurze Zweifel, ob ich dem überhaupt gewachsen bin.

Diese anfänglichen Zweifel haben sich nach dem ersten Einsatz, der schon recht bald kam, aufgelöst und ich habe begonnen intensiver zu netzwerken, um die Sternenkinderfotografie in der Steiermark voran zu treiben. Das hat zum Teil sehr gut funktioniert und nach meinem vorletzten Einsatz, der von der Intensität der Emotionen in etwa auf derselben Stufe wie die Geburten meiner eigenen Kinder steht, wollte ich noch ein bisschen mehr machen. Deswegen bin ich jetzt auch im Organisationsteam und freue mich sehr über diese Aufgabe.

 

Wo arbeitest Du? In Graz, oder auch in der Umgebung?

Hauptsächlich in Graz, weil wir kein Auto haben. Wobei sich das in naher Zukunft wohl ändern wird und dann steht der Mobilität nichts mehr im Weg!

 

Was ist für die Eltern von Sternenkindern besonders wichtig?

Puh…ich glaube, das ist eine sehr individuelle Sache. Ganz wichtig ist der respekt- und würdevolle Umgang mit Eltern und Kindern. An dem fehlt es oft, aber ich kenne auch viele positive Beispiele. Wird die Mutter während der stillen Geburt einfach mit einer Bettpfanne allein gelassen und ihr Kind dann wie ein Stück Fleisch behandelt, ist das natürlich noch weitaus traumatisierender als wenn sie einfühlsam durch diese schwere Zeit begleitet wird.

Es gibt für Eltern von Sternenkindern viele Angebote: kostenlose Fotos von Sternenkindfotografen, Teddybären in den exakten Maßen des Sternenkindes und, und, und. Nicht jedes Angebot passt für jede Familie, aber ich halte es für ganz, ganz wichtig, den Eltern möglichst viele Informationen zu geben, damit sie für sich entscheiden können, was sie wollen und brauchen. Nicht jede Familie kann sich wochenlang auf das Unglück vorbereiten oder hat die Kraft selbst zu recherchieren. Leider kommt es aber oft vor, dass den Eltern von den Krankenhäusern rein gar nichts von all diesen Möglichkeiten gesagt wird, obwohl das medizinische Personal davon weiß. Das ist natürlich dann besonders bitter, wenn eine einmalige Gelegenheit ungenutzt bleibt und sich die Eltern ihr Leben lang mit dem Gedanken “Hätten wir doch nur…” plagen müssen.

 

Dieses Service ist in ganz Österreich kostenlos, richtig? Wie stellt man den Kontakt zu einem Fotografen her?

Richtig. Wir verstehen die Fotos als Geschenk an die Eltern und bekommen von der Organisation auch keine “Aufwandsentschädigung” oder Fahrtgeld. Alles ist rein ehrenamtlich und wir haben viele sehr engagierte Mitglieder, die oft im Einsatz sind.

Auf der Homepage gibt es eine Liste der Fotografen mit Kontaktdaten und auch dem Link zur jeweiligen Website. Wenn es die Zeit erlaubt, kann man sich jemanden aussuchen, dessen Stil einem besonders gut gefällt, sich vorher vielleicht einmal treffen, um zu schauen, ob die Chemie stimmt. Ganz oft bleibt dafür leider nicht die Zeit, deswegen haben wir seit kurzem eine Alarm App. Eltern können über die Homepage einen Alarm absetzen, der bei uns eingeht und wir koordinieren dann in unserem internen Forum die Abläufe und finden einen Fotografen, der den Einsatz übernimmt. Wir sind mittlerweile wirklich gut organisiert und mussten bisher noch keinen einzigen Einsatz ablehnen!

 

 

***Danke***

 

Homepages: www.dein-sternenkind.at und www.annalisachang.com

Photocredit: Anna Lisa Chang

 

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