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Schwestern.

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Wir sind seit eineinhalb Jahren zu viert.

Genau genommen seit 19 Monaten – ich finde die ersten 4 Wochen mit familiärem Neuzugang aka Baby sind fast nur der Neu-Ausrichtung und dem Finden der Plätze gewidmet. Dieser Prozess dauert natürlich immer weiter an, aber geht oft schon unterschwellig – ist nun auch die „ganz kleine Botin“ ein ganz großer Teil unserer Familie.

 

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So gemischt und aufgewühlt die Gefühle von Frl. Tochter anfangs oft waren, jetzt sind sie ein tolles Team. Essen und spielen gemeinsam, baden und malen. Draußen am Spielplatz hilft sie ihrer kleinen Schwester und „beschützt“ sie vor den anderen Kindern. Die Kleine holt ihre große Schwester vom Kindergarten ab, quietscht vor Freude laut, wenn sie aus der Gruppe gelaufen kommt! Es ist wunderschön, wie selbstverständlich und „einfach“ das im Alltag jetzt geht.

Klar, wir hatten und haben unsere holprigen Zeiten. Oft auch mit verbalen Attacken, wie: „Ich wollte nie eine Schwester haben!“ „Das Baby soll zurück in den Bauch!“ „Sie nervt mich schon wieder!“ „Sie macht alles kaputt!“ „Sie sitzt mit ihrem dicken Windelpop*** auf meinem Legohaus!“ Richtig grob sind sie allerdings fast nie, kleinere Rempler sind eher die Ausnahme und passieren vor allem abends, wenn sie müde sind. Dann wird auch schon mal um ein Spieltier gerauft…

Was jetzt in den letzten paar Wochen hier passiert ist nochmal eine neue Stufe: sie spielen gemeinsam, bzw. sie versuchen es, die „ganz kleine Botin“ redet mehr und kommuniziert verständlich mit und ohne Worte.

Das tollste Erlebnis war erst vor ein paar Tagen: Wir sind vom Kindergarten heim gegangen, alle schon schlapp und hungrig am Nachmittag, erst noch einkaufen und dann ins Haus. Ich habe die Einkäufe aus dem Kinderwagen sortiert und die beiden sind alleine die Stufen in die Wohnung rauf. Nach etwa 5 Minuten bin ich dann vollbepackt hinterher: vor der Türe lagen 4 Stiefel, von den Mädchen keine Spur. Auch nichts zu hören. Die verderblichen Lebensmittel mussten noch in den Kühlschrank, dann bin ich langsam durch die Wohnung gegangen.

Im Vorzimmer: nichts. Im Wohnzimmer: nichts. Ich habe sie gerufen: nichts. Dann bin ich ins Kinderzimmer: leises, verhaltenes Kichern! Ich: „Hey, wo seid Ihr denn?“ Wieder Kichern…. eindeutig von unterm Hochbett! Sie hatten sich gemeinsam hinter dem Vorhang versteckt und haben Gummibären genascht! Jede hatte einen in der Hand und einen Bär im Mund, lachend!

 

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Ich musste fast weinen vor Glück und Liebe, diese Einheit und diese Freude in ihren Augen….

Trotz der Ups und Downs im Alltag sind es diese Momente – und ich bin mir sicher da kommen noch ganz ganz viele – die es so klar machen.  Ich kann mir mein Leben ohne meine Mädchen nicht mehr vorstellen!

Aus eigener Erfahrung – ich habe drei jüngere Schwestern – weiss ich, dass es oft nicht einfach ist, sich aufeinander einzulassen, ohne zu konkurrieren. Oder die Konkurrenz einfach zuzulassen. Oder mit Nachsicht und ohne Konkurrenzdenken füreinander da zu sein. Ich lerne jeden Tag und bemühe mich eine gute Begleitung für meine beiden Kinder zu sein!

Wer sich mit dem Thema Geschwister und Geschwister-Beziehung eingehender befassen möchte, dem kann ich dieses Werk hier sehr ans Herz legen:

 

Nadine Hilmar, selber 2 (bald 3)fache Mama, Montessoripädagogin und Bloggerin buntraum.at – schreibt hier sehr einfühlsam, ehrlich und gut über die nicht immer einfachen und gefühlsbeladenen Herausforderungen als Eltern von mehreren Kindern und die Sicht der Kinder auf ihre Geschwister. Entsprechend ihrer Ausbildung bietet sie auch Spielräume nach Emmi Pikler und Familienbegleitung an.

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