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Essen? Ja, selber! :: Baby-led-weaning :: fingerfood

Neun Monate ist sie nun schon alt, die „ganz kleine botin“ – ein dreiviertel Jahr! Ein Drittel davon verbringt sie nun essend. Selbständig essend.blw-die kleine botin-3

Begonnen hat alles mit Muttermilch, es ist (für uns) praktisch und erfüllend gleichermassen und es wird auch noch viel weitergestillt.

Recht pünktlich mit dem 6. Monatstag kam das Interesse am Essen für die Großen dazu: hier kann man schon fast sagen, die Gier ;).

Dann kam die erste gedünstete Pastinake ins Spiel, diese wurde sofort begeistert und zahnlos angeschlabbert und ausgesaugt. In den nächsten Tagen folgten Kürbis und Karotte. Ich habe auch von Beginn an probiert das Gemüse zu pürieren, ebenso fertige Gläschen anzubieten und bin aber simpel gesagt abgeblitzt. Der Inhalt des Löffelchens wanderte energisch gespuckt auf mir, dem Tisch und dem Boden. Nach etwa 3 Wochen des Probierens habe ich mich damit abgefunden: sie mag breiige Konsistenzen einfach nicht. Zwei vier Zähnchen machen es ihr inzwischen recht leicht, auch abzuschaben und anzubeissen.blw-die kleine botin-4Seit dem haben wir richtig Freude beim Essen: fast jeden zweiten oder dritten Tag kommen neue Sorten Gemüse und Obst hinzu, nach und nach auch mal roh. Ihre Favoriten sind Pastinake, Kürbis, Zucchini, Apfel, Birne, Banane, Mandarine und Avocado. Es ist so wunderbar ihre wachsende Geschicklichkeit und Fingerfertigkeit zu beobachten: erst hat sie die Mandarinen nur ausgesaugt, die ich ihr in den Mund gehalten habe (aus Angst sie könnte sich verschlucken), mittlerweile hält sie sie geschickt fest und saugt, dann legt sie die Haut auf den Tisch (oder wirft sie auf den Boden)

Fleisch und Fisch stehen seit etwa fünf Wochen auf dem Speiseplan, mit Freude. Auch Eierspeise (gut durchgegart) schmeckt ihr sehr! Reis und Erbsen sind auch so ein Höhepunkt (den Boden muss man danach grundreinigen, aber OK!) Butterbrot ist auch schon stückchenweise meist bei der Vormittagsjause dabei und wird erfreut gegessen.

Dinkelstangerl, Hirsebällchen und ähnliche Knabbereien gibt es zwischendurch. Hier sollen auch noch selbstgemachte Babykekse dazu kommen in den nächsten Wochen.

Nun sind wir zum Frühstück auf einige Löfferl Haferbrei zusätzlich gekommen, die lässt sie sich zum obligatorischen gedünsteten Apfel verabreichen. Das klappt aber auch nur alle paar Tage, meist reicht ihr hier Obst und Muttermilch.

Zwischen den Mahlzeiten wird nach wie vor viel gestillt: meist drei bis vier Mal unter Tags, mal auch öfter. Nachts auch etwa alle drei Stunden. Sie trinkt nun auch einige Schlucke Wasser aus dem Glas zum Essen und bekommt nun auch schon ab und zu einige Körnchen Salz bzw. etwas Kräuter in ihr Essen.blw-die kleine botin-1

Ich hatte es ja nicht explizit vor, BLW zu praktizieren, aber ich muss sagen: ich bin begeistert! In unserem Alltag – wir sind viel unterwegs – lässt sich das Fingerfood sehr gut integrieren! Gedünstetes Gemüse / Obst und Vollkorn-Pasta (Spirali) lässt sich gut mitnehmen. Hirsebällchen, Mais- und Dinkel-Stangen als Snack und die immer verfügbare Muttermilch lassen es ihr an nichts fehlen.

Ich werde oft gefragt, ob sie sich denn nicht verschluckt. Hier kann ich sagen, so gut wie nie. Anfang an, hat sie zu große Stückchen (und das kommt ohne Zähne recht häufig vor) sofort wieder ausgespuckt. In dieser Hinsicht ist es glaub ich ganz wichtig auf die Anzeichen zur Beikostreife zu warten, gut ist auch, wenn das Baby einigermassen eigenständig aufrecht sitzen kann. Die „ganz kleine botin“ saß daheim 8,5 Monate im Newborn-Aufsatz für den Stokke TrippTrapp, am Schluss ganz an den Tisch geschoben, so konnte sie sich aufsetzen, bzw. nach hinten lehnen, wenn sie müde ist. Mittlerweile sitzt sie im normalen Baby-Sitz.

Das perfekte Detail am BLW: das Baby isst immer gleichzeitig mit der ganzen Familie. Ich (oder Papa) muss nicht erst füttern oder während dem eigenen Mahl einlöffeln. Seit kurzem isst sie auch vom eigenen Teller – hierzu habe ich eine Silikonmatte mit Saugnapf aus dem Babyfachhandel auf den Tisch „geklebt“, so steht der Teller einigermassen sicher!

Ein kleine Lebensmittelübersicht gibts hier, ev. sind einige Anregungen dabei:

Frühstück:

  • Obst (Äpfel, Birnen) gedünstet in Stücke
  • Banane
  • Butterbrot (ca. fingerbreite Schnitte)
  • Rührei (gut durch, ohne Salz)
  • Avocado

Snack:

Mittag:

  • Gemüse (Karotte, Kartoffel, Pastinake, Kürbis, Zucchini, Erbsen,…) gekocht oder im Rohr mit etwas Öl gegart
  • Reis
  • Nudeln (Spiralen kann sie am Besten halten)
  • Fleisch (Huhn, gekocht oder gebraten, Rind)
  • Fisch (gegrillt oder gebraten)

Abend:

  • ähnlich wie Mittag, tlw auch wie Snacks.

In der Gesamt-Auswahl bin ich nicht besonders ängstlich (ist schon das zweite Kind… ?!?), einzig Honig, Nüsse und Zucker habe ich bisher ganz weggelassen und das habe ich auch weiterhin so vor.

Bisher zeigte sie sich keinem Lebensmittel gegenüber abgeneigt, sie probiert und isst schlussendlich alles mit Begeisterung.

Wie geht Ihr an das Thema Essen beim Baby heran?

Wollt Ihr mit Fingerfood Erfahrung sammeln?

 

 

6 Kommentare

  1. Wir sind auch grade dabei. Auch Kind 2. Wie Kind 1 ein Breiverweigerer, nur warmes Obstmus isst er mit grosser Begeisterung. Da er seit gestern frei sitzen kann, werd ich wohl demnächst anfangen mit BLW. Bis jetzt war mir das etwas zu haglich, weil er sich doch etwas ‚potschert‘ angestellt hat.
    Weil ich ihn nach TCM-Grundsätzen ernähren will – zumindest im ersten Lebensjahr streng und wenn ich es halbwegs schaffe bis zum Schuleintritt – gehen viele Dinge aus eurer Liste nicht.
    Kein Salz, kein Gluten, keine Milch und nichts Rohes im ersten Lebensjahr sind so ein paar Dinge, auf die ich schauen will. Dadurch, dass ich es schon leider nicht geschafft habe, ihn zu stillen, will ich jetzt wenigstens alles akribisch ‚richtig‘ machen – vermutlich ist es aber eh nur das schlechte Gewissen 😉
    Jedenfalls bin ich so oder so froh, wenn er groß genug ist, alles soweit mitzuessen und ich bei größeren Ausflügen nicht mehr ständig dran denken muss, soviel mitzuhaben, dass das Kind nicht verhungert unterwegs 🙂

    • Daniela sagt

      Liebe Judith,
      vielen Dank für Deinen Kommentar! Das mit TCM klingt spannend, toll, wenn Ihr das schafft: trotzdem denke ich, dass es schade ist, aus dem simplen Essen so eine Philosophie zu machen. Was man „darf“ und „nicht darf“ ist schon anstrengend. Ich hätte Angst darüber die tollen und einzigartigen Momente mit den Kindern zu verpassen, wenn sie noch so klein sind.
      (Und bitte mach Dir keine so großen Vorwürfe wegen dem Stillen! Du bist bestimmt die perfekte Mama für Deine Kids. Und Formulamilch ist heutzutage sicher sehr gut!!)
      Ich freu mich, wenn Du auch weiterhin mitliest…. in den nächsten 2 Wochen wirds ein super Give-away für Essens-Anfänger geben 😉
      LG Daniela

  2. Ingrid sagt

    Meine Tochter ist auch 9,5 Monate alt, sie isst hauptsächlich Brei und wird nachts noch gestillt. Zusätzlich isst sie mit Vergnügen gedünstete Karotten- und Kürbisstangerl, lutscht an roher Zucchini oder Gurke oder isst auch mal mürbes Kipferl oder Baby-Zwieback. Sie hat so viel Spaß daran, selbst zu essen, deshalb möchte ich den Speiseplan gern dahingehend erweitern. Danke für deinen Beitrag, da sind einige schöne Anregungen dabei!

    • Daniela sagt

      Liebe Ingrid,
      das klingt gut! Erinnert mich sehr an meine große Tochter…
      Viel Spaß auch weiterhin beim Essen und dabei Zusehen 😉
      LG Daniela

  3. Michaela sagt

    Witzig wenn ich das so lese. Hab bis vor ein paar Wochen nicht mal gewusst was das ist, aber wir haben es bei unserem Sohn auch so gemacht. 🙂 Total praktisch und das Breigeschmiere bleibt auch weg.

  4. Pingback: {Baby} Oliver beginnt zu essen - breifrei / Oliver starts eating - BLW | FIT & HAPPY

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