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Ich schenke Dir den Weg

Zeit ist kostbar, rar, immer zu wenig. Wir sind regelrecht darauf getrimmt, immer im Stress zu sein, Termine zu haben, zu wollen und wahrzunehmen. Ich bin eine der ganz Schlimmen, was das betrifft. Ich bin auch immer (ok, fast) pünktlich. Berufsgeschädigt. Gut für die, die nie warten müssen. Aber eventuell manchmal blöd für meine Kinder.

Ich beteilige mich mit diesem Artikel an der Blog-Aktion von Birgit von suchtdasglück.at. Sie mag ja die materiellen Dinge nicht an allererster Stelle und macht einen Adventkalender der anderen Art. – Danke an dieser Stelle für die Mühe!

ICH SCHENKE DIR DEN WEG

Ich schenke Dir den Weg. Ich schenke den Weg meinem Frl. Tochter. Den Weg sucht sie sich selber aus, vielleicht gebe ich anfangs leicht die Richtung vor. Zu Fuß oder mit dem „Pedale-Rad“.

Ich lasse mich treiben.

Bleibe stehen, wenn es wichtig ist und gehe schneller, wenn sie es eilig hat.

Betrachte Blätter, … am Wegrand und beantworte Fragen, höre mir Kindergartengeschichten an und bin erfreut an ihrem lauten Lachen.

Bin gespannt, wohin sie uns führt.

Der erste geschenkte Weg führt uns vom Kindergarten nachhause. (Es ist im Grunde egal, in welche Richtung wir gehen.) Sie hat sich heute entschieden – aber ohne vorher zu fragen, ich bin ihr einfach nachgegangen. Frl. Tochter hat auch nichts erläutert oder begründet, ihr Entscheidung kam einfach so.

Der erste kurze Stopp nach etwa 100 Meter: eine kleine Wiese voll raschelnder, bunter Herbstblätter! Hier haben wir dann bestimmt 10 Minuten verbracht: rascheln, betrachten, laufen, kugeln, lachen!

ich-schenke-dir-den-weg-die kleine botinWann passt das?

Der geschenkte Weg funktioniert auch immer dann besonders gut, wenn Stress voraus ging. Leider gehts manchmal wirklich nicht anders, wenn Papa sie morgens in den Kindergarten bringt, heißt es schon mal: „Bitte komm schneller!“ – Hier ist die Deadline ca. 8.30. Umso schöner ist es dann am Nachmittag, wenn wir die Zeit Zeit sein lassen. Ich finde es ist so, wie freies Spiel – oft klappt es wegen äusserer Bedingungen nicht so gut, aber ich arbeite daran.

Inwzischen sind es zwei Kinder, die sich den Weg „teilen“ und manchmal scheint der Start schwer. Die Richtung finden sie aber dann am besten, wenn Zeit ist und sie sich einigen können. Mal mit Worten und mal richtig heftig.

Immer wenn ich es schaffe, das auszuhalten und ihnen zuzutrauen, den Weg zu gehen, dann klappt es…

Weg (Zeit) zu schenken macht nachhaltig und andauernd glücklich, nicht nur die/den Beschenkte/n!

 

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