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Hebamme. Viel mehr als nur Geburtsbegleitung.

Kürzlich war es soweit. Der Tag des Abschieds war gekommen.

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Die Hebamme kommt das letzte Mal. Klar, auch gut so, schließlich ist das Wochenbett vorüber, das Baby wohlgenährt und wohlauf, ich habe keine Schmerzen mehr, die Psyche ist nicht mehr dauerhaft hormongebeutelt.

Und trotzdem sind wieder Tränen geflossen. Mit dieser Frau habe ich die zwei schönsten Momente in meinem Leben gemeinsam verbracht: die Geburten meiner wundervollen Töchter. Zwar war der Mann auch dabei und mir auch eine große (mentale) Stütze, aber der weibliche Beistand ist dann nochmal was anderes.

Ich habe mich auch in der zweiten Schwangerschaft schon ganz am Beginn entschieden wieder die private Hebammenbegleitung in Anspruch zu nehmen und dafür natürlich auch eine ganze Menge Geld zu bezahlen. (Ganz ehrlich, der eine Termin, der nun im Mutter-Kind-Pass vorgesehen ist und von der Krankenkasse bezahlt wird ist ja eher nur ein kleines Schrittchen in die richtige Richtung als eine echte Hilfe für eine Schwangere.) Gottseidank bin ich in der glücklichen Situtation es mir leisten zu können, wäre aber durchaus bereit dafür auf einen Urlaub zu verzichten!!

Die Hilfe und die Unterstützung, die eine (erfahrene) Hebamme bereits bei Schwangerschafts-Beschwerlichkeiten entgegenbringt ist unersetzbar! Ganz zu schweigen von der Motivation und den guten Tipps kurz vor der Geburt und dann schließlich … an ihrem tatsächlichen Arbeitsplatz im Kreisssaal oder zuhause bei der Hausgeburt.

Die Hebamme setzt sich für selbstbestimmte, weitgehend ärztefreie Geburten ein, nicht zuletzt deshalb ist es wichtig, sich schon in der Schwangerschaft mit ihr zu treffen, zu reden und eine gute gemeinsame Basis zu finden! Es ist ja nicht nur die Geburt (wenn auch der Schwerpunkt auf diesen Stunden liegt!) auch die Zeit danach, die Entscheidung eventuell eine frühzeitige Entlassung oder ambulante Geburt anzustreben, ist wesentlich leichter, wenn man sich gut betreut und sicher fühlt!

Ich habe meine liebe Hebamme durch Zufall gefunden, meist sind es jedoch lokale Empfehlungen, die eine Frau und ihre Hebamme zusammenbringen.

Leider ist es nicht überall in Österreich so leicht eine Wahlhebamme in ein Krankenhaus mitzunehmen, wie im Raum Wien, ganz zu schweigen von der prekären Situation in Deutschland.

Selbst wenn es die Situation, finanziell, örtlich oder wie auch immer begründet, nicht zulässt, die Wahl- / Wunschhebamme mit zur Geburt zu nehmen: zumindest die Nachbetreuung lässt sich organisieren. Wenn man sich rechtzeitig (zu Beginn der Schwangerschaft) drum kümmert, kann man auch eine Hebamme mit Kassenvertrag bekommen! Beim österr. Hebammengremium kann man nach verschiedenen Kriterien suchen.

Noch weiter geht die Versorgung dann, wenn neben der Hebamme auch noch eine Doula engagiert wird. Die besondere Zeit nach der Geburt – etwas sperrig „Wochenbett“ genannt bedeutet sowohl körperlich als auch emotional sehr viel für die neue Mama und die neue Familie. Egal wieviele Personen nun da sind, jeder muss sich seinen Platz neu suchen, sich neu orientieren und arrangieren. Auch in dieser Zeit sind sowohl die Hebamme (ja, eine private ganz besonders!) als auch die Doula eine sehr wertvolle Hilfe.

Ich danke Dir, liebe Ulla auch nochmal auf diesem Weg für die grossartige Unterstützung und wünsche mir für meine Töchter auch die Möglichkeit, ihre Kinder so umsorgt auf die Welt bringen zu können!

Wie sind Eure Erfahrungen? Hattet / Habt Ihr eine Wahlhebamme?

 

 

12 Kommentare

  1. Bernadette sagt

    Ich hatte eine Wahlhebamme, allerdings nur zur Nachbetreuung und sie war so wertvoll für uns, als neue Familie.
    Ich werde mich aber wohl bei der Geburt meines nächsten Kindes wohl auch für eine Hebamme mit Geburtsbegleitung entscheiden. Da ich es nicht besser wusste, dachte ich mir das Geld wäre in Urlaub besser investiert… Vielleicht wäre einiges dann anders gelaufen… man weiß es nicht.

    • Daniela sagt

      Ja, das kann man nie wissen – was wäre wenn – aber immerhin war die Nachbetreuung abgesichert und gut für Euch!
      Alles Gute weiterhin
      LG Daniela

  2. Ich bin gerade in der 32. Schwangerschaftswoche und hab mir auch eine Hebamme gesucht – glücklicherweise konnte ich noch eine der Kassenhebammen „ergattern“ (mit Geburtstermin im Juli gar nicht so leicht!), ich hätte aber auch eine bezahlt. Vor allem, wenn mir meine nicht sympathisch gewesen wäre, aber das ist sie Gott sei Dank!! Ich strebe auch eine ambulante Geburt an, mit Hebammenbetreuung danach, sehen wir mal ob sich das machen lässt (noch liegt mein Kleiner verkehrt, schauen wir mal ob er sich noch dreht). Alles Liebe, Ulli

    • Daniela sagt

      Hallo Ulli,
      alles Gute und eine tolle Schwangerschaft und eine ebenso gute Geburt!!
      LG Daniela

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  4. Kornelia sagt

    Ich hatte eine Wahlhebamme die mich vor, während und nach der Geburt betreut hat und das war die beste Entscheidung. Es ist alles sehr gut und entspannt gelaufen und das lag großteils an ihrer Kompetenz und Erfahrung. Beim nächsten Kind werde ich es wieder so machen.

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