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Unterschiede zwischen Einzelkindern und Geschwisterkindern

Gibt es häufiger Einzelkinder?

Gibt es Einzelkinder wirklich in den letzten Jahrzehnten immer häufiger – und sind diese dann egoistisch und verwöhnt?

Zusammenhänge über das Aufwachsen als Einzelkind oder unter Geschwistern und der weiteren Lebensgestaltung untersuchte das Österreichische Institut für Familienforschung. Dafür wurde sowohl vorhandene Literatur analysiert, als auch eine eigene Erhebung in den Ländern Österreich, Russland, Norwegen und Frankreich durchgeführt.

Seit den 1960er Jahren stabil

Demnach ist der Anteil der Einzelkinder seit etwa den 1960er Jahren stabil, Familien mit drei oder mehr Kindern werden hingegen seltener.

Beide Lebensumstände haben Vor- und Nachteile: soziales Lernen mit Gleichaltrigen, das Üben von Kooperationsfähigkeit und Einfühlsamkeit wird durch das Vorhandensein von Geschwistern positiv beeinflusst. Geschwisterbeziehungen sind die längsten Verwandschaftsverhältnisse die der Mensch haben kann, dementsprechend ist die Grundlage für eine intensive Beziehung mit gegenseitiger Verantwortlichkeit und Fürsorge vorhanden.

Ebenso können sich vermehrte Präsenz und emotionale Erreichbarkeit der Eltern bei der Geburt eines weiteren Kindes auf das Erstgeborene positiv auswirken. Als Nachteile werden verminderte finanzielle und zeitliche Ressourcen der Eltern genannt, auch das Vorhandensein von Aggressivität und Konkurrenz zwischen den Geschwistern kann die gesamte Familie belasten.

Familiäre Krisen können leichter überfordern

Einzelkinder können unter anderem wegen fehlender Unterstützung durch Geschwister in familiären Krisen wie der Trennung der Eltern schneller überfordert sein. Auffällig sind bessere schulische Leistungen und höhere Bildungsabschlüsse von Einzelkindern. Diese könnten jedoch auch durch das Bildungsniveau der Eltern erklärbar sein – in Österreich und Russland haben Eltern von Einzelkindern häufig einen hohen Bildungsabschluss.

Wer als Einzelkind aufgewachsen ist, bleibt selbst häufiger kinderlos oder hat nur ein Kind. In allen vier untersuchten Staaten zeigte sich, dass Einzelkinder länger im Elternhaus wohnen. Ein weiterer Themenkomplex bezieht sich auf Stabilität in Partnerschaften. Sowohl Einzelkinder als auch Menschen die mit Geschwistern aufwuchsen denken etwa gleich oft über eine Trennung nach, in die Tat umgesetzt wird dieser Gedanke von Einzelkindern etwas häufiger.

In Bezug auf Werte und Einstellungen sind Einzelkinder in Österreich eher liberal als traditionell. Zusammenfassend kann anhand der Studie gesagt werden, dass Einzelkinder ‚anders‘ sind, vor allem in Österreich. Jedoch können viele andere Einflussfaktoren wie Bildung, Beruf und andere Erfahrungsquellen nicht vollständig erfasst und damit ausgeschlossen werden, daher können Besonderheiten nicht ursächlich durch die Kindheit ohne Geschwister erklärt werden.

Quelle: klick.

Auch standard.at hat darüber berichtet: klick.

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