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Gastartikel: Aupair statt Babysitter – Wie funktioniert das?

GASTARTIKEL

Der Ursprung
Das Konzept der Aupair-Tätigkeit entwickelte sich in Europa in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Vor dem Krieg gab es Haus- und Kindermädchen, die in mittelständischen und großbürgerlichen Familien dienten, im Übermaß. Nach dem Krieg änderte sich jedoch das Steuersystem und die Löhne wurden erhöht, weshalb sich viele mittelständische Familien keine Dienstmädchen mehr leisten konnten. Dazu kam, dass viele Mädchen aus dem Mittelstand sich Ihren Unterhalt selbst verdienen mussten und ihren Bildungsstand verbessern wollten. Außerdem wurden andere Kulturen und das Lernen von Fremdsprachen immer populärer.
Da die typische Dienstmädchenrolle für mittelständische Mädchen nicht in Frage kam hat, entwickelte sich der Begriff „au pair“, was „gleich “ bedeutet, sprich beide Parteien sind gleichgestellt und die Zusammenarbeit geht über ein typisches Arbeitsverhältnis hinaus. Vielmehr wird das Aupair wie ein Familienmitglied aufgenommen, muss keine Uniform tragen und hilft im Gegenzug mit den Kindern und leichter Hausarbeit.
Aupairs heute
In Ländern wie Großbritannien und den USA gehören Aupairs schon lange zur Norm, doch auch in Deutschland erfreut sich das Konzept zunehmend an Beliebtheit. Aupairs in Deutschland sind  in der Regel zwischen 18-27 Jahre alt und dürfen für maximal  12 Monate beschäftigt werden. Der Umfang der Arbeitszeit beträgt 30 Stunden die Woche bei einem Taschengeld von mindestens 260,00 € im Monat. Weiterhin müssen Aupairs bereits Grundkenntnisse der deutschen Sprache mitbringen und ob diese ausreichend sind, entscheidet die deutsche Botschaft. Damit das Aupair-Jahr auch seinem Zweck als Sprachaufenthalt gerecht wird, muss die Gastfamilie dem Aupair die Möglichkeit geben einen Sprachkurs zu besuchen, dessen Kosten die Familie jedoch nicht tragen muss.

Vorteile
Ein großer Vorteil eines Aupairs ist natürlich die Kinderbetreuung und die Hausarbeit für so wenig Geld. Zwar zahlt man Kost und Logis und hat einen extra Strom- und Wasserverbraucher im Haus, jedoch würde man für andere Arten der Kinderbetreuung in diesem Umfang weit mehr bezahlen. Außerdem beinhaltet der Aupairvertrag 2 Abende Babysitting die Woche, was den Eltern die Möglichkeit gibt etwas zu unternehmen mit dem Wissen, das Babysitter und Kinder miteinander vertraut sind und es keine Probleme geben sollte. Weiterhin lernen die Kinder die Kultur und oft auch ein paar Wörter der Muttersprache des Aupairs kennen und erweitern so ihren Horizont.

Nachteile
Natürlich muss man sich als Gastfamilie im Klaren sein, dass man eine fremde Person in sein Haus aufnimmt und es im besten Fall wie ein Familienmitglied behandelt. Wem dieser Gedanke Schrecken bereitet, sollte sich vermutlich nicht in das Abenteuer Aupair stürzen. Oft sind Aupairs Mädchen oder auch Jungen, die gerade die Schule beendet haben und das erste Mal ihr Zuhause verlassen, somit brauchen Sie am Anfang oft Unterstützung und viel Aufmerksamkeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen und den Aufgaben gerecht zu werden. Dies ist auch der Ursprung eines anderen Nachteils, nämlich der Tatsache, dass Aupairs keine ausgebildeten Kindermädchen sind.

Im Normalfall sind Aupairs jedoch Mädchen oder Jungen, die bereits Erfahrungen mit Kindern durch Babysitter-Jobs oder kleine Geschwister haben und dazu sehr lernwillig sind. Und sobald sich die Familie, das Aupair und die Kinder aneinander gewöhnt haben, werden alle davon profitieren und tolle Erfahrungen miteinander teilen. Oft entsteht aus dem Aupair-Gastfamilien Verhältnis sogar eine lange Freundschaft.

Die Autorin über sich: Mein Name ist Janine und ich arbeite für den Schweizer Sprachreiseanbieter Linguista. Ich selbst habe ein Jahr lang als AuPair in England gearbeitet, habe bei einer Gastfamilie gelebt und bin dort sehr gewachsen an meinen Aufgaben. Es war eine tolle, wenn auch nicht immer ganz leichte, Erfahrung die ich niemals missen möchte.

:: Dieser Artikel bezieht sich auf die Schweiz und die dort gültigen Gesetze und Pflichten für Familien, die ein Au-Pair als Kinderbetreuung in Erwägung ziehen. Den gültigen Vertrag für Ö findet Ihr hier: klick zum Download. Weitere wichtige Fragen werden hier: klick beantwortet! ::

Die Artikel der Rubrik „Gäste“ werden von GastredakteurInnen verfasst, die voll für deren Inhalt verantwortlich sind. In diesem Fall bin ich lediglich die Moderatorin und leite gerne diverse Kommentare und/oder Fragen an die jeweilige AutorIn weiter. Daniela.

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