Gesund trends

vegan – ein Selbstversuch

Der November ist vorbei – und damit auch mein veganer Selbstversuch.

So wars:

Alles begann mit Buch „Vegan for fit“ – bzw über Berichte darüber auf Twitter. Zur Zeit auf Platz 6 der Bestseller der amazon.de „Kochbücher“ – „tierlos“ scheint momentan sehr hip zu sein…

Ich beschäftige mich schon länger damit, wie sich unsere Ernährung auf unser Wohlbefinden auswirkt – in Selbstversuchen zum Beispiel mit Heilfasten.

Zur Zeit befinde ich mich mit meiner kleinen Familie in turbulenten, aber zukunftsweisenden Zeiten… eine Fastenkur auswärts ist nicht möglich.
Warum also nicht den Verzicht auf tierische Produkte dazu hernehmen um eine (zumindest gefühlte) Entschlackung und damit geistige Befreiung herbeizuführen? … so weit mein Plan…
Weil ich mich gern an einem Datum festhalte, startete ich meine Challenge am 1.11.2012…ab sofort für 30 Tage ohne tierische Zutaten schien mir beim daran denken recht schwer zu werden.
Nach etwa 8 Tagen ging es mir wirklich gut.
Anfängliches Bauchgrummeln führe ich auf hohen Soja-Anteil in den ersten Tagen zurück, habe dann auch Reisdrink verwendet, damit ging es mir dann besser.
Ich habe für meine Familie ganz normal gekocht, zwei bis dreimal pro Woche Fleisch, Eier, Fisch… das hat mich auch nicht weiter gestört. Das Buch „Vegan for Fit“ enthält unglaublich kreative Rezeptideen, die leider mit immens hohem Zeit-/Kostenaufwand verbunden sind, weshalb ich zu einfachen Kombinationen tendiere, die meiner eigenen Fantasie entspringen.
Der Start in den (Arbeits)Tag gelingt mit einem warmen Getreidefrühstück mit Reismilch gut, hält lange satt. In Bäckereiketten und Supermärkten kann man die Zutatenliste von Brot und Gebäck erfragen, auch hier gibt es viele Möglichkeiten – mit Humus oder Bruschetta kann man dann schon gut snacken. Getrocknete Früchte und Nüsse stillen den Heißhunger auf Süßes.
Manche Cafés bieten Sojamilch schon routinemäßig an, wenn keines am Weg liegt gibt’s Koffein unterwegs schwarz und den Soja-Latte daheim. Die meisten Gemüse-Getreide-Kombinationen sind auch für Babys und Kinder gut geeignet, die Kleinen „brauchen“ ja in Wahrheit viel weniger Tier auf dem Teller, als wir ihnen anbieten. Einzig Restaurantbesuche – abgesehen von reinen Veggie-Lokalen – sind zum Scheitern verurteilt. Vegan heisst überwiegend selberkochen!
Die Suppenrezepte von „Suppito“ begleiten mich nun schon seit etwa vier Jahren, sie sind nahezu alle vegan, bzw. lassen sich leicht abändern. Damit kommt man sehr gut und lecker über die Runden.

Nach etwa 14 Tagen erfolgreicher Challenge (mir fehlte Nichts, ich fühlte mich fit) war eine berufliche 4tägige Schulung in einem Hotel die grosse Herausforderung: bereits am ersten Tag war klar, dass weder bei Fingerfood in den Kaffee-Pausen noch beim Mittagsmenü vegan möglich war. Dieser Tag endete für mich somit relativ ohne Essen und damit komplett energielos. Ich habe am Abend dann eine Portion Sushi gegessen und festgestellt, dass tierisches Eiweiss viel besser UND länger satt macht. Im Lauf der weiteren Schulungstage habe ich die Challenge gelockert und nach 21 Tagen komplett abgebrochen.

Ich muss hier auch weiters zu bedenken geben, dass ich in den letzten Wochen (auch schon vor dem „vegan-Projekt“) wenig bis kar keinen Sport betrieben habe, was sehr ungewöhnlich für mich ist. Ich denke, dass ich bei zusätzlicher körperlicher Betätigung weniger als die 21 Tage durchgehalten hätte…

Eine mögliche Erklärung: „Der Grund dafür ist, dass es kaum hochwertiges pflanzliches Eiweiß gibt. Hülsenfrüchte (Bohnen – also auch Soja – Erbsen und Linsen) sind die einzigen Pflanzen, die überhaupt größere Mengen Eiweiß enthalten. Allerdings kann dieses Eiweiß von unserem Körper auch nicht optimal verwertet werden. Um das zu verstehen muss ich ein bisschen ausholen: Der Stoff Eiweiß ist aus lauter kleinen Bausteinen, den Aminosäuren, zusammengesetzt. Unter diesen Aminosäuren gibt es 8, die der Mensch auch als Erwachsener nicht selbst herstellen kann und daher mit dem Essen aufnehmen muss. Deshalb müssen wir überhaupt Eiweiß zu uns nehmen.“ Bubble Foods

Eine weitere mögliche Erklärung ist im sogenannten „Metabolic Typing“ zu finden, wonach wir alle einer unterschiedlichen Konstitution unterliegen und demnach unterschiedlich viel von den Nährstoffen brauchen. Diesen Hinweis bekam ich von Mag. Margit Fensl
FAZIT: ich werde sicher öfter vegane Tage in meinen Alltag einbauen, schließlich bin ich nun recht gut sensibilisiert. Es war für mich eine wertvolle Erfahrung und hat die Erkenntnis gebracht, dass ich offensichtlich tierisches Eiweiss brauche um satt und energiegeladen zu sein, vor allem in körperlich und/oder geistig anstrendenden Phasen.

 

  1. Schau doch mal auf der Freyung am Biobauernmarkt vorbei. Dort hat Gabriele ihren veganen Stand mit lauter tollen Naschereien. Einfach genial!
    Hier ihre wunderschönen Bilder dazu:
    https://www.facebook.com/simplyrawbakery

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