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Beikost – Freude am Essen lernen!

Die Meinungen und Ratschläge zum Thema Beikost sind sehr unterschiedlich und können Verwirrung stiften. Der aktuellste Stand der Informationen auf der Basis von wissenschaftlichen Untersuchungen wurde vom österreichischen Bundesministerium für Gesundheit 2010 veröffentlicht. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Beginn der Beikost

Abhängig vom Entwicklungsstand des Kindes ca. um den 6. Lebensmonat kann begonnen werden, jedoch nach Beginn des 5. Lebensmonats (17. Woche) – bis dahin wird ausschließliches Stillen, oder Pre- Nahrungen, wenn Stillen nicht möglich ist, empfohlen. Anfangs reichen ein paar Löffelchen zusätzlich zur Mutter- oder Flaschenmilch, die Menge wird dann langsam gesteigert, bis das Kind satt ist. Dazu kann und soll weitergestillt werden, solange Mutter und Kind das möchten.

Was kann das Baby essen?

Zu Beginn sollten die ungesalzenen, ungewürzten Lebensmittel fein püriert werden, mit etwa 6-9 Monaten kann die Konsistenz etwas dicker werden, um mit etwa 10-12 Monaten langsam zu klein zubereiteter gesunder und abwechslungsreicher Familienkost überzugehen.

Eisen- und zinkreiche Lebensmittel wie Fleisch, Getreide und Hülsenfrüchte sollten mit Vitamin C- haltigem Obst und Gemüse kombiniert werden. Das könnte zum Beispiel ein Brei aus ein wenig Rindfleisch, Brokkoli und Kartoffeln sein. Je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit können verschiedene Obst- und Gemüsesorten variiert werden.

Entwarnung gibt es in Bezug auf die früher „verbotenen“ Lebensmittel, wie Fisch und Eier gegeben werden. In kleinen Mengen, grätenfrei und gut durcherhitzt können sie den Speiseplan bereichern. Auch Nüsse und Erdnüsse können entgegen früheren Empfehlungen enthalten sein – jedoch unbedingt fein gemahlen, da jegliche Stücke (auch Samen, Körner, Beeren) eingeatmet werden und die Atemwege verlegen könnten!

Getreideprodukte, die Gluten enthalten (Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel, Grünkern und Kamut) sollten in sehr kleinen Mengen zwischen 5. und 7. Monat das erste Mal gegessen werden. Das könnte zum Beispiel eine halbe Scheibe ungesüßter Zwieback oder 1 Esslöffel gekochte Nudeln sein. Andere Getreidesorten wie Reis, Mais, Hirse oder Buchweizen können ohne Einschränkungen zugefüttert werden.

Ab dem Beginn der Beikostgabe, jedoch spätestens mit dem Übergang zur Familienkost soll dem Kind zusätzliche Flüssigkeit in Form von Wasser in einem geeigneten Trinkbecher angeboten werden.

Grundsätzlich nicht empfehlenswert sind: Honig, rohe Ei-, Fisch- und Fleischprodukte, Salz und salzhaltige Lebensmittel, scharfe Lebensmittel, Zucker und zuckerhaltige Getränke bzw. Lebensmittel und natürlich jegliche alkoholischen und koffeinhaltigen Getränke!

 Das Wichtigste jedoch ist

Essen soll für das Kind eine positive Erfahrung in entspannter Stimmung sein

sich Zeit nehmen, die Kleinen ermutigen und mit ihnen reden

die interessanten Geschmackserfahrungen mit dem Kind genießen

neue Geschmäcker immer wieder anbieten, es kann etwas Geduld erfordern, bis ein neuer Geschmack akzeptiert wird – aber ohne Zwang und Druck

sich auf sein Gefühl verlassen und das Kind aufmerksam beobachten, um Hunger und Sättigungsgefühl einschätzen zu können

Ein gutes Vorbild sein und das Kind am „Familienerlebnis Essen“ teilhaben lassen!

Quelle: www.richtigessenvonanfangan.at, Buchempfehlungen:Verlag Hanreich

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